Thüringen mit Negativrekord: Die Rotlichtsünder in Deutschland
zuletzt aktualisiert: 15.11.2009 - 13:33Stuttgart (RPO). Die meisten Rotlichtsünder sind in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Hamburg unterwegs. Dies geht aus einer Studie des Auto Club Europa (ACE) zum Regelverhalten im Straßenverkehr hervor. Die Erhebung beruht auf Verkehrsbeobachtungen, in die der ACE von März bis Mai 2009 bundesweit mehr als 320.000 Fahrzeuge einbezogen hatte.
Danach spielen Radfahrer an Stop-Schildern mit 62,22 Prozent und an roten Ampeln mit 14,85 Prozent Regelverstößen eine besonders unrühmliche Rolle. Aber auch Kraftfahrer verhalten sich in hohem Maße regelwidrig. In zahlreichen Städten quert laut ACE jeder zweite Autofahrer die Haltelinie eines STOP-Schildes, ohne zuvor dort anzuhalten, wie es vorgeschrieben ist.
Die durchschnittliche Quote der Verkehrsübertretungen an Stop-Schildern liegt der Studie zufolge in Deutschland bei rund 46,50 Prozent. Thüringen errang hier mit einem Verkehrsverstoß-Anteil von 67 Prozent erneut einen Negativrekord.
Bundesdurchschnitt 2,61%
Im Bundesdurchschnitt beträgt der Anteil der Rotlichtverstöße laut ACE 2,61%. Bei diesem Verkehrsvergehen führend sind hinter den Radlern die Fahrer von Transportern mit einem Anteil von 3,2 Prozent. Es folgen mit abnehmender Auffälligkeit Motorradfahrer (3,01%), Bus- und Lkw-Fahrer (2,64%) und Pkw-Fahrer (1,90%).
NRW unter dem Schnitt
Nordrhein-Westfalen liegt mit einer Quote von 2,55% leicht unter dem Bundesdurchschnitt. In Bayern (1,74%) und Bremen (1,48%) registrierten die Verkehrsinspektoren des Clubs die wenigsten Rotlichtverstöße. Bei Gelb überfuhren im bundesweiten Schnitt noch 5,63 Prozent der Fahrzeugführer die Ampel, obwohl sie verpflichtet waren, hier anzuhalten. Werden die vom ACE registrierten Gelb- und Rotlichtverstöße zusammengerechnet, liegt die Quote der Verkehrsvergehen an Ampeln bei über 8 Prozent.
ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner kommentierte das Ergebnis der Verkehrsbeobachtung als alarmierendes Zeichen, das an einer gefestigten Verkehrsmoral zweifeln lasse: „Wir haben schon den Eindruck gewonnen, dass das Stop-Schild mancherorts zu einer bedeutungslosen Straßendekoration verkommen ist und eine gelbe Ampel nicht zum Anhalten veranlasst, sondern häufig als Aufforderung zum Gas geben missverstanden wird.“
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