Einbrüche bei Zulassungszahlen: Die Verlierer des Autojahres 2009
VON MANFRED KÜHNAPPEL - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 08:06Düsseldorf (RPO). Im Rampenlicht stehen meist die Gewinner. Bei Autos ist das nicht anders. Wer spricht schon gerne über Verlierer? Dabei ist der Blick auf die Verlierer des Autojahres 2009 durchaus aufschlussreich.
Die Bilanz des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) von Januar bis November 2009 liest sich wie ein getreues Abbild dessen, wie die Autofahrer das Jahr erlebt haben. Abwrackprämie, Ansturm auf Kleinwagen, weg von Spritschluckern aller Art, denen die Käufer die kalte Schulter zeigten.
Ehemals erfolgreiche Mega-SUV wurden von kompakten Geländewagen verdrängt. Sportwagen, das Oberklasse-Segment und viele Mittelklasse-Autos wurden binnen eines Jahres zu Ladenhütern. Der Jeep Compass (-84,2 Prozent), der Volvo S60 (-79,4 Prozent) und die Corvette (-76,4 Prozent) sind die drei größten Verlierer des Jahres.
Die Mittelklasse war in der Krise schon gebeutelt genug. Umso schlimmer traf die französischen Hersteller in diesem Segment wie Renault oder Peugeot, die sich dafür auf dem Kleinwagen-Markt schadlos hielten.
Nicht alle Kleinwagen Renner
Dass längst nicht alle Kleinwagen zu Rennern wurden, zeigt das Beispiel Daihatsu. Da taucht der kleine Daihatsu Trevis mit einem Einbruch um 58,4 Prozent erstaunlicherweise auf Platz 16 auf. Vermutlich ein Beweis dafür, dass das irgendwo zwischen China-Winzling und billiger Mini-Kopie liegende Design des Trevis so gar nicht nach dem Geschmack der Kundschaft ist. Mit einem kleinsten Roadster der Welt erleiden die Japaner ebenfalls Schiffbruch: Der Daihatsu Copen brach sogar um 60,5 Prozent ein.
Nicht immer liegt die Wahrheit im bloßen Zahlenwerk. In Einzelfällen erklärt sich ein massiver Rückgang der Zulassungen auch aus dem Verlauf der Modellreihen. Beispiel: Mercedes CLS (-55,9 Prozent) und Mercedes SL (-52,3 Prozent). Das viertürige Coupé und der Frauenliebling kamen gemeinsam im April 2008 auf den Markt. Viele Käufer schlugen offenbar unmittelbar dann zu und so war es nur folgerichtig, dass die Zahlen ein Jahr später zurückgingen. Überdies bekam der CLS als Trendsetter massive Konkurrenz.
Andere Modelle wiederum, wie bespielsweise der Wankelsportler Mazda RX-8, waren dringend überarbeitungsbedürftig. Im Oktober 2009 brachten die Japaner die Modellpflege auf den Markt. Zu spät für die Bilanz. Die Quittung: -54 Prozent.
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