Experten-Prognose: Die Verlierer des Autojahres 2010
zuletzt aktualisiert: 04.01.2010 - 07:41Düsseldorf (RPO). So wie das Jahr 2009 dank der Abwrackprämie seine Gewinner hervorgebracht hat, wird 2010 Opfer unter den Autobauern fordern. Zu den größten Verlierern zählen laut Experteneinschätzung die Marken Volkswagen, Opel und Ford sowie die vielen Importeure, die zuletzt gute Geschäfte machten.
Das CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen prophezeit für das neue Jahr den größten Einbruch der Neuwagenverkäufe in der Geschichte des Landes. Insgesamt geht danach die Zahl der Neuwagenzulassungen um knapp eine Millionen Fahrzeuge (989.995 Einheiten) zurück.
Ein richtigen Gewinner gibt es laut Prognose nach der künstlich aufgeblähten Abwrack-Blase nicht. Nur BMW, Porsche, Jaguar und Land Rover können leichte Zuwächse erwarten. Bei BMW spielt der neue 5er und das Flottengeschäft sowie der über das ganze Jahr verfügbare X1 dabei ein wichtige Rolle. Bei Porsche hilft der neue Panamera, leichte Gewinne zu erzielen.
Auf der Seite der Verlierer steht VW ganz oben. Wie die Experten des CAR-Instituts ausgerechnet haben, verlieren die Wolfsburger 243.6278 Zulassungen – und müssen damit einen Rückgang von knapp 30 Prozent verschmerzen. Zweitgrößter Verlierer in absoluten Zahlen ist Opel mit 90.100 weniger Verkäufen sowie Ford mit einem Minus von 87.213. Hier liegt der prozentuale Rückgang sogar über 30 Prozent.
Importeure trifft es am härtesten
Richtig hart trifft es 2010 die Importeure. Sie sind die größten Verlierer in Prozent. Fiat muss 51,2 Prozent oder 84.296 weniger Neuwagenverkäufe hinnehmen. Zweitgrößter Verlierer ist Hyundai mit einem Minus von 49,5 Prozent oder 46.000 Fahrzeugen. Bei Suzuki, dem neuen VW-Überkreuzpartner, sind es 42,8 Prozent.
Ulrich Köster vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) in Bonn spricht mit Blick auf 2010 von "einer Rückkehr zur Normalität". Die Rückgänge können nur andeuten, wie dramatisch das Geschäft im Jahr 2010 für die Händler wird. Ob VW-, Opel-, Ford-Händler oder gar Fiat- oder Hyundai-Händler – „es werden nach unserer Einschätzung bis zu 4000 Händlerbetriebe im Jahr 2010 aufgeben“, sagt der Duisburger Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer voraus.
Die Werkstätten und Händler sehen sich daher schon nach zusätzlichen Einnahmemöglichkeiten um, und werden wohl auch ein wenig wildern - etwa bei den Spezialbetrieben für Autoglas-Reparaturen. Das nämlich ist ein Bereich, den man laut Köster wieder in die Meisterbetriebe des Kfz-Gewerbes zurückholen will.
Dabei leiden die Händler nicht nur am starken Rückgang der Neuwagenverkaufszahlen. Durch die Abwrackprämie wurden auch die Gebrauchtwagenpreise aus ihrem Gleichgewicht gebracht. Dies hat große Auswirkungen auf die Restwerte der Gebrauchtwagen. Im Jahr 2010 muß neben dem Rückgang im Neuwagengeschäft mit hohen Verlusten bei der Rücknahme von Leasingfahrzeugen gerechnet werden. Das trifft insbesondere die deutschen Marken.
Leasing-Verluste
Von den Autobanken der Hersteller wurden mit niedrigen Leasingraten – und damit zu hohen Restwerten - viele Fahrzeuge in den Markt gebracht. Damit sind beim schlechten Markt im Jahr 2010 hohe Verluste programmiert. Die deutschen Autobauer werden damit im Jahr 2010 weitere Millionenbeträge zur Verlustdeckung in die Händlerbetriebe stecken müssen, um einen Zusammenbruch in wichtigen Marktregionen zu vermeiden.
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