Neuer Rekord zu Ferienbeginn?: "Die Zeiten vom billigen Benzin sind vorbei"
VON NICOLAS BERTHOLD - zuletzt aktualisiert: 14.07.2011 - 11:49Düsseldorf (RPO). Der Euro ist auf Talfahrt, die Benzinpreise wieder im Höhenflug. Das Wochenende steht vor der Tür und kommende Woche beginnen in NRW die Sommerferien. Experten gehen davon aus, dass die Preise für Benzin und Diesel noch einmal kräftig anziehen werden. Drohen zu Ferienbeginn Rekord-Preise?
Der Blick auf die Spritpreise an der Tankstelle dürfte vielen Autofahrern den Start in den Sommerurlaub in Nordrhein-Westfalen am übernächsten Freitag vermiesen. Benzin und Diesel nähern sich im bundesweiten Durchschnitt wieder der Grenze von 1,60 Euro.
Erst Ende April wurde der Rekord aus dem Jahr 2008 gebrochen. Vor rund drei Monaten kostete der Liter Super landesweit 1,60 Euro. "Die Zeiten vom billigen Benzin sind vorbei", erklärt Jürgen Ziegner vom Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) unserer Redaktion.
Kein Öl-Problem
Zwar seien die Öl-Vorkommen auch in Zukunft vorhanden und gesichert. Auch ein Versorgungsproblem sieht Ziegner nicht, "nur wird es für die Unternehmen immer schwieriger, den Rohstoff kostengünstig ans Tageslicht zu befördern."
Für den gestrigen Mittwoch vermeldete der ADAC im bundesweiten Durchschnitt einen Preis von 1,5606 Euro für den Liter Super E10. Tendenz steigend. Lokal liegen die Preise am Donnerstag bereits jetzt über der Schwelle von 1,60 Euro.
Über 1,60 Euro in Düsseldorf
So wie vielerorts in Düsseldorf: ob im Süden der Landeshauptstadt, in Zentrumsnähe oder im linksrheinischen Teil, ob Shell, Aral oder freie Tankstelle - der Verbraucher muss an den Zapfsäulen 1,61 Euro berappen.
"Tanken ist in Deutschland wieder erheblich teurer geworden", wie ADAC-Sprecher Andreas Hölzel unserer Redaktion bestätigt. Nach dem Rekordhoch im Frühjahr und einer leichten Entspannung im Frühsommer zeigt die Preiskurve im Juli wieder nach oben. Und wie so oft sind die Gründe für die Preis-Zusammensetzung vielschichtig.
"Die Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar ist im Moment einer der Hauptgründe für diese Entwicklung", berichtet Ziegner vom ZTG. Hinzu kommt der höhere Ölpreis und der am Rotterdamer Spotmarkt gestiegene Produktpreis.
Schwacher Euro treibt Preis
"Diese spezielle Gemengelage treibt den Preis nach oben", ist sich Ziegner sicher. Und ein Ende der Preis-Spirale ist wie so oft nicht in Sicht. "Wir gehen davon aus, dass spätestens am Freitag wieder die alten Mechanismen greifen und die Ölkonzerne die Preise weiter anheben", so Hölzel vom ADAC. Am übernächsten Freitag beginnen zudem in NRW die Sommerferien.
ADAC-Sprecher Hölzel ergänzt: "Die Öl-Multis werden versuchen, ihre hohen Preise auf dem Markt durchzusetzen." Ob der Autofahrer das mit sich machen lässt, wird die Zukunft zeigen.
Nach Ansicht der Experten müssen sich die Verbraucher auf konstant hohe Spritpreise einstellen - nicht nur zum Wochenende oder Ferienbeginn. Erst wenn die magische Grenze von zwei Euro pro Liter durchbrochen ist, wird sich das Tankverhalten der Verbraucher nachhaltig verändern, glaubt Ziegner.
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