Venturi Eclectic: Dieses Auto tankt Sonne und Luft
VON NELE HARBEKE - zuletzt aktualisiert: 06.02.2008 - 11:39Düsseldorf (RPO). Er ist in jeder Hinsicht etwas für Frischluftfanatiker, der Venturi Eclectic. Nicht nur, weil das Elektroauto aus Monaco Zeltplanen statt Türen hat. Es tankt dazu rein gar nichts - nur Luft und Sonne.
Der Venturi Eclectic: Wie andere Elektroautos, etwa der Chevrolet Volt oder der VW Space Up Blue, produziert er keine Abgase und benötigt weder knappes Öl noch teures Benzin. Allerdings kommt für andere Autos der Strom halt aus der Steckdose. Für den Venturi hingegen müssen keine neuen Kraftwerke gebaut werden. Er ist das weltweit erste Auto, dass völlig autonom von anderen Energiequellen ist. Der Eclectic tankt einfach unter freiem Himmel. Am besten allerdings unter einem sonnigem Himmel.
Über eine 2,5 Quadratmeter große Solarzelle auf dem Dach sammelt er Energie. Das dauert ein bisschen: Nach einer Stunde in der prallen Sonne fährt der Wagen 7 Kilometer weit. Als Zusatzausrüstung gibt es noch Windräder. Bis zu drei kann man anschließen, damit fährt das Solarmobil an einem stürmischen Tag bis zu 15 Kilometer.
Maximal 50 km/h
Leider gibt es in unseren Breitengraden ja oft weder das eine, Sonne, noch das andere, Wind. Wenn alle Stricke reißen, kann man den Eclectic deshalb ganz normal an der Steckdose betanken. Nach fünf Stunden ist er komplett aufgeladen und fährt so 50 Kilometer weit - mit einer Maximalgeschwindigkeit von immerhin 50 Stundenkilometern.
Optisch erinnert der Eclectic sehr an ein Mondfahrzeug. Das ist nicht nur Zufall. Designer Sacha Lakic wollte eine Hommage an das Mondauto Lunar Rover, den Mini-Moke und den Citroen Méhari erschaffen. Eins soll der Eclectic laut Angaben des Herstellers auf keinen Fall: so sein wie andere Autos.
Das Ökostrom-Auto ist gar nicht stromlinienförmig. Im Gegenteil: Seine Bauweise ist gewöhnungsbedürftig und schränkt den Kreis potentieller Käufer zusätzlich ein. Der Eclectic hat keine Türen, nur ein paar Planen, die sich wie bei einem Zelt aufrollen lassen. Dadurch bietet er eine gute Panoramasicht und sehr viel frische Luft - für immerhin drei Insassen. Der Fahrer genießt den besten Blick. Er sitzt vorne, in der Mitte. Hinter ihm finden zwei Mitfahrer Platz. Als Shuttle vom Hotel zum Badestrand oder auf dem Golfplatz ist der Eclectic also durchaus geeignet.
Ab Sommer im Handel
Deshalb ist das Öko-Auto auch mehr als eine Träumerei von Umweltaktivisten. Man kann ihn ab diesem Sommer tatsächlich kaufen - zum Preis von 24.000 Euro plus Steuern. Einige Bestellungen seien schon eingegangen, gibt der Hersteller an. Ab März sollen zunächst 200 Modelle produziert werden. Venturi sieht den Eclectic als sehr avantgardistisches Fortbewegungsmittel.
Der Autobauer Venturi aus Monaco ist eigentlich bekannt für seine Sportwagen in kleinen Serien. In die Elektrosparte begab er sich aber schon im Jahre 2005, als er den Fetish auf den Markt brachte. Dieser wird an der Steckdose aufgeladen und ist sehr leistungsfähig. Der Venturi Fetish bringt es auf etwa 300 PS. Mit seinem geringen Gewicht ergibt das eine Höchstgeschwindigkeit von stolzen 170 km/h.
Der Astrolab ist ein Solar-Hybrid-Fahrzeug, ebenfalls aus dem Hause Venturi. Er ist noch weniger alltagstauglich und noch avantgardistischer als der Eclectic. Die Köpfe von Fahrer und Beifahrer ragen beim Astrolab aus einer großen Solarzelle heraus. Die Sitze sind wie bei einem Tandem hintereinander angeordnet. Ein Dach hat der Astrolab nicht. Könnte er allerdings gut gebrauchen, denn mit ihm kommt man dank moderner Akkumulatorentechnik theoretisch richtig weit - bis zu 110 Kilometer, bis zu 120 km/h schnell. Weiter als bis zum Strand also.
Eclectic, Fetish und Astrolab - noch klingen diese Namen allzu sehr nach Zukunftsmusik. Venturi hat sich aber anscheinend einer Idee verschrieben: mit Strom gegen den Strom zu schwimmen.
Bilder von den Elektroautos Eclectic und Astrolab sehen Sie in unserer Fotostrecke.
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