Umfrage: Drei Viertel wollen Schilderwald lichten
zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 - 13:04Düsseldorf (RPO). 72 Prozent der deutschen Autofahrer finden, dass es zu viele Hinweisschilder gibt. Das ist das Ergebnis von zwei europaweiten Umfragen, bei denen 16.000 Autofahrer aus 16 Ländern befragt wurden.
Die Autofahrer fühlen sich vom Schilderwald auf den Straßen überfordert und kennen häufig die Bedeutung von Wegweisung und Piktogrammen nicht oder nur unzureichend. Per Telefon und Internet wurden die Teilnehmer vom ADAC und anderen europäischen Automobilclubs aus dem EuroTest-Konsortium befragt.
Als Konsequenz aus diesen Ergebnissen fordert der ADAC, den Schilderwald weiter zu lichten, insbesondere dort, wo zu viele Schilder an einer Stelle stehen. Auch sollten insgesamt weniger Wegweiser aufgestellt und die Schilder klarer gestaltet werden.
Die Umfrage hat auch ergeben, dass einem Viertel der Befragten die braunen Schilder, die Autofahrer auf touristische Sehenswürdigkeiten aufmerksam machen sollen, nicht bekannt sind. In der Praxis werden sie häufig falsch eingesetzt, etwa zur Beschilderung von Industrie- oder Gewerbegebieten.
Zustimmung für Piktogramme
Große Zustimmung hingegen erhielten Piktogramme, also Hinweisschilder mit grafischen Darstellungen von Informationen, etwa für Bahnhof oder Krankenhaus. 85 Prozent der deutschen Befragten halten den Einsatz solcher Hinweisschilder für sinnvoll.
Weitgehend unbekannt ist allerdings das vor allem im südeuropäischen Raum eingesetzte Piktogramm für Zentrum (schwarzer Punkt in schwarzem Kreis auf weißem Grund).
Die neuen Hinweisschilder zu den Umweltzonen in vielen Städten stiften ebenfalls oft Verwirrung. Fast ein Drittel der Befragten Europäer weiß nicht genau, was man beim Einfahren in eine Umweltzone beachten muss. Ganz anders die deutschen Autofahrer. Mit 95 Prozent richtigen Antworten sind sie hier die Musterschüler Europas.
Doch trotz aller Unsicherheit im Umgang mit Hinweisschildern: In einem Punkt scheinen die Autofahrer nahezu einer Meinung zu sein. Widersprechen Beschilderung und die Anweisung des Navigationsgerätes einander, vertrauen etwa 80 Prozent im Zweifelsfall den Schildern.
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