Bugnotti Bella Figura: Ein Bugatti zum Sonderpreis
VON BENJAMIN BESSINGER, SP-X - zuletzt aktualisiert: 29.06.2010 - 08:06Düsseldorf (RPO). Weil er sich seinen Traumwagen nie leisten könnte, macht Terry Cook aus seiner Liebe jetzt ein Geschäft und baut sich seinen Bugatti selbst. Den eleganten Zweitürer im Stil des Bugatti 57S will der Tuner zum berühmten Concours d’Elegance im August nach Kalifornien schicken.
Für Terry Cook ist es ein seit langem gehegter Traum: „Einmal im Leben einen Bugatti besitzen, das wäre schon ein Riesending,“ sagt der Endsechziger aus einem Vorort von New York. Und dabei meint er nicht den Veyron aus der VW-Ära. Sondern ihm geht es um legendäre Oldtimer wie den 57er Royale, der noch heute als eines der schönsten, besten und teuersten Autos der Welt gilt.
Tuner Cook hat seine Liebe für Neo-Klassiker mit schwülstigen Formen und mittlerweile für die Luxusliner aus den Dreißigern entdeckt: Delahaye, Delage, Düsenberg und eben Bugatti haben es ihm angetan. „Das waren keine Konstrukteure, sondern Künstler“, sagt er über diese sogenannten Coachbuilder, deren Autos immer Einzelstücke waren und heute kaum mehr zu bezahlen sind.
Aus der Liebe ein Geschäft
Weil er sich so einen Wagen nie leisten könnte und man an ein Original ohnehin nicht guten Gewissens Hand anlegen darf, macht er aus seiner Liebe jetzt ein Geschäft und baut sich seinen Traum kurzerhand selbst. Nach ein paar ziemlich frei interpretierten Nachbauten von Delahaye & Co. steht nun Cooks Meisterstück auf dem Plan: Ein eleganter Zweitürer im Stil des Bugatti 57S, den er zum Concours d’Elegance nach Pebble Beach stellen will. Jahr für Jahr treffen sich dort die reichen und stolzen Besitzer historischer Fahrzeuge.
Mit Rücksicht auf die Markenrechte, die mittlerweile beim VW-Konzern liegen, vermeidet er jedoch tunlichst den Originalnamen und spricht auch nur noch selten vom „Bugnotti“, der mit entsprechend schludrigem Englisch fast wie Bugatti klingt. „Ich weiß nicht, wie viel Spaß die Anwälte in Wolfsburg verstehen und bin lieber etwas vorsichtig“, sagt Cook und nennt seinen Entwurf deshalb nur noch „Bella Figura“.
Scheinwerfer groß wie Fußbälle
Das ist ohnehin die beste Beschreibung für den etwa fünf Meter langen Luxusliner, dessen Achsen fast 3,20 Meter auseinander stehen. Wie eine Diva mit wallenden Seidenschals im Wind geformt, ist das Coupé ein Sinnbild für Eleganz und Elan, das viel Feingefühl für den Stil der frühen Jahre beweist. Der Kühlergrill geformt wie das Bugatti-Hufeisen, die Scheinwerfer groß wie Fußbälle, die Kotflügel über den riesigen Speichenrädern aerodynamisch verkleidet und das Heck so scharf geschnitten wie bei einer Rennyacht macht der Bugnotti tatsächlich eine Bella Figura.
Vergangenheit und Gegenwart gehen dabei einmütig Hand in Hand. Denn unter dem Klarlack schimmern die Fäden einer Karbon-Karosserie, und im Innenraum wird man neben einer ordentlichen Musikanlage auch eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber und sogar eine Servolenkung entdecken. Der Motor ist ein Zwölfzylinder aus dem letzten BMW 7er und auch die Automatik kommt aus München statt aus der Bugatti-Heimat Molsheim.
Schräge Blicke
Die Besitzer der echten Bugattis werden den Bella Figura in Pebble Beach vielleicht ein bisschen schräg anschauen. Doch alle anderen dürften begeistert sein - vor allem beim Blick auf das Preisschild: Obwohl die 300.000 Dollar, die Cook vorsichtig veranschlagt, eine hübsche Stange Geld sind, ist das für diese PS-Millionäre beim Concours d’Elegance nicht viel mehr als ein Taschengeld und für einen Bugatti ein wahres Schnäppchen. Denn für einen echten muss man mehr als das Zehnfache anlegen.
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