30 Jahre Fiat Panda: Ein Winzling auf dem Weg zum Klassiker
zuletzt aktualisiert: 06.01.2006 - 12:34Turin (rpo). In den 80er Jahren gehörte dieser Werbespruch zu den gängisten: "Fiat Panda. Die tolle Kiste". Erstmals gezeigt wurde der kleine Italiener auf dem Genfer Salon 1980, aber die Ur-Pläne des Designers Giugiaro zu dem Winzling sind bereits 1976 entstanden. Deswegen wird die Panda-Idee in diesem Jahr 30 Jahre alt.
Heute ist das Auto, um dessen Käufer sie seinerzeit warben, auf dem Weg zum Klassiker. Anfangs war der Kleinwagen als Ersatz für den winzigen Fiat 126 gedacht, der dann schließlich doch noch weiter gebaut wurde. Dass der Panda später zur "tollen Kiste" wurde, erscheint auf den ersten Blick wie eine aus der Verzweiflung geborene Idee der Texter.
Denn wer das kantige kleine Ding oberflächig betrachtete, nahm beim besten Willen nicht vieles wahr, mit dem man den Panda anpreisen konnte: Das Auto erschien durch und durch spartanisch. Bei genauerem Hinsehen zeigte sich jedoch, wie viele Ideen in dem Nichts steckten.
Eigenwillige Sitzkonstruktion
Im Inneren sah man zunächst vor allem viel Blech in Wagenfarbe. Die Sitze waren keine aufwändigen Möbel im Stil bekannter Limousinen. Vielmehr hatte man ein paar Rohre so geformt, dass sich darüber eine dünne Lage leicht gepolsterten Stoffes ziehen ließ. Doch nicht umsonst wurde gerade die Sitzkonstruktion immer wieder hervorgehoben. Die war so durchdacht, dass sich mit aushängbarer Rückbank und flach gelegten Sitzlehnen eine komplette Liegefläche erstellen ließ.
Auch beim Zubehör war Sparsamkeit mit Ideen gewürzt worden. Es gab kein Armaturenbrett, wie der durchschnittliche Autofahrer es kannte. Instrumente und Schalter fanden hinterm Lenkrad in einem rechteckigen Kunststoffklotz Platz. Darunter gab es über die gesamte Breite von links nach rechts eine Art Stofftasche zum Verstauen von Kleinteilen.
Auch das Thema Radioeinbau bekam im Panda neue Züge: Als Zubehör konnte ein weiterer Kunststoffkasten gekauft werden, in den das Radio eingesetzt wurde. Beides wurde wie die Lautsprecher in der Stofftasche verstaut. Draußen wurde an der Scharnierabdeckung der Fahrertür ein Plastikteil aufgeschoben, das fortan die Antenne trug.
Kantiges Kultobjekt
Alles in allem war der Panda also ein recht karges Auto, das wohl auch zur Überraschung mancher Firmen-Manager nicht nur die typische Klientel von Billig-Autos ansprach. Schnell nämlich wurde der kantige Kleine zum Kultobjekt. Gerade in Deutschland dürfte die preisgekrönte Werbung einigen Anteil daran gehabt haben. Die nahm immer wieder die Einfachheit des Panda auf die Schippe. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass mehr Auto eigentlich kaum nötig ist.
In der Ur-Einstiegsversion werkelte zunächst der luftgekühlte Zweizylinder mit 30 PS aus dem Fiat 126. Darüber rangierte der Panda 45, dessen Vierzylinder-Aggregat 45 PS leistete. Ein weiterer Vierzylinder kam im Panda 34 mit 34 PS zum Einsatz.
Mit der Zeit folgten weitere Motoren, der Panda selbst wechselte mehrfach sein Gesicht. Zwischendurch machte der Kleine aber doch noch durch neue Ideen der Techniker von sich reden. So gab es ihn als 4x4 mit Allradantrieb, auch eine Elektroversion wurde gebaut. Abgehärtete durften sich sogar der Geräuschkulisse eines Panda Diesel erfreuen.
In Deutschland ist der Ur-Panda als Neuwagen vom Fiat-Händler schon seit Jahren Geschichte, auch aus dem Straßenbild ist er mittlerweile größtenteils verschwunden. Die Produktion endete im Herbst 2002, nach insgesamt rund 4,1 Millionen Exemplaren. Es dürfte wenige Kisten geben, die auf ähnliche Produktionszahlen kommen.
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