Probefahrt mit E-Fiat: Elektrisiert für einen Tag
VON PETER ECK - zuletzt aktualisiert: 04.06.2010 - 17:26Essen (RPO). Bis sich der normale Autofahrer ein eigenes Elektro-Auto leisten kann, werden noch Jahre vergehen. Für einen überschaubaren Preis kann man aber schon heute schon die Mobilität von morgen testen.
Der Autovermieter Sixt offeriert derzeit in einer Art Tournee nacheinander in ganz Deutschland eine Elektro-Version des Fiat 500 zum Preis von 59 Euro pro Tag. Noch bis zum 30. Juni stehen die Elektro-Fiats am Limbecker Platz in Essen. Danach geht die Autostrom-Tour für jeweils zwei Monate nacheinander nach München, Hamburg, Dresden/Leipzig, Berlin und Frankfurt/Main.
An was sich Fahrer, Mitfahrer und vor allem Passanten im neuen Zeitalter schnell gewöhnen müssen ist die neue Lautlosigkeit. Es ist immer noch irritierend, wenn nach dem Drehen des Zündschlüssels vermeintlich nichts passiert. Aber unser Fahrzeug, ein vom Hamburger Spezialisten Karabag umgebauter Fiat 500, ist natürlich auch ohne Motorengeräusch startklar.
Gewinner im Ampel-Duell
Nach 50 Metern kommt schon der erste Ampelstopp und wir können gleich zwei Stärken eines Elektrofahrzeugs bewundern: Im Stand herrscht herrliche Ruhe und beim Start lässt man auch deutlich größere und schwer motorisierte Fahrzeuge leicht hinter sich. Zumindest auf den ersten 30 Metern.
Grund für die Spritzigkeit unseres kleinen Stromers ist die physikalische Tatsache, dass der 30 Kilowatt oder 41 Pferdestärken leistende Elektromotor anders als ein Benziner oder Diesel sein maximales Drehmoment nicht erst aufbauen muss, sondern bereits mit der ersten Umdrehung voll zur Verfügung stellt.
Fußgänger hören E-Auto nicht
Aber man muss als Fahrer höllisch aufpassen. Denn gerade abseits der belebten Straßen zeigen Fußgänger die fatale Neigung, die Straße zunächst nach Gehör zu überqueren. Elektroautos und Fußgänger – die müssen sich offensichtlich aneinander gewöhnen.
In Essen hat ein Strom-Anbieter bereits einige Ladestationen installiert, die man mit dem Elektro-Mietwagen anfahren darf. Das Laden geht (fast) so einfach wie die Benzinzufuhr an der Tankstelle. Das mitgelieferte Kabel wird einfach eingesteckt, zunächst vorne am Fiat, wo sich die Steckdose geschickt unter dem Markenemblem versteckt und dann an der Ladesäule.
100 Kilometer für zwei Euro Strom
Das geht einfach und kostet den Freundschaftspreis von 4 Cent pro kWh. Das allein sagt noch nichts aus, aber unsere Überschlagrechnung zeigt: 100 Kilometer Stadtverkehr lassen sich so locker für zwei Euro zurücklegen. Eine tolle Sache, zumal der Elektro-Fiat theoretisch 140 Kilometer Reichweite schafft. Wie gesagt, theoretisch. Denn wenn man mal Fuß durchdrückt, leert sich der Speicher doch schneller als gedacht.
Unser kleiner Fiat 500, der mit Benzinmotor ab 11.200 Euro zu haben ist, kostet in der Elektro-Version stolze 49.314 Euro – und ein paar Extras können auch noch dazu bestellt werden. Da kommen einem die 59 Euro Mietgebühr fast schon wie geschenkt vor.
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