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Studie: Elektroautos werden ab 2015 Massenware

zuletzt aktualisiert: 28.06.2008 - 11:43

Essen (RPO). Autos mit Verbrennungsmotor sind ein Auslaufmodell. Einer neuen Studie zufolge werden schon ab 2010 Elektroautos in großem Stil auf den Markt drängen und ihn ab 2015 beherrschen. Grund sind die explodierenden Kraftstoffpreise. 

"Um das Jahr 2025 werden keine Neuwagen mehr ohne Hybridisierung - sprich Elektromotoren - verkauft", sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen voraus. Ursache für den Wandel sind steigende Kraftstoffpreise und zunehmende Umweltprobleme wie die Erderwärmung.

Das Ende des Zeitalters der Benzin- und Dieselmotoren steht den Autofahrer nach Einschätzung Dudenhöffers unmittelbar bevor. "Es ist eine große Revolution, die stattfindet", erklärte der Auto-Experte. Bereits ab 2010 könnten Hybrid-Autos von japanischen und US-Herstellern herkömmlichen Pkw erheblich Konkurrenz machen und Marktanteile wegnehmen.

Hybrid-Fahrzeuge sind Autos mit mindestens zwei Antriebsformen. In der Regel verfügen die Fahrzeuge über einen Elektro-Motor, der durch einen Benzin- oder Dieselantrieb ergänzt wird. Bei sogenannten Parallel-Hybriden treiben beide Motoren zugleich das Fahrzeug an. Bei seriellen Fahrzeugen sorgt ausschließlich der Elektromotor dafür, dass die Räder rollen. Der Verbrennungsmotor erzeugt jedoch neuen Strom, wenn die Energie in den Akkus aufgebraucht ist. "Bei Distanzen bis zu 100 Kilometer kann auf den Verbrennungsmotor verzichtet werden, da das Laden der Batterie dann über die Steckdose erfolgt", erklärte Dudenhöffer.

Batterie-Technik verbessern

Reine Elektroautos bleiben nach Ansicht Dudenhöffers auch in den kommenden Jahren noch ein Nischenprodukt. Zwar würde sich die Batterie-Technik zusehends verbessern, wodurch die Elektromobile immer weitere Strecken fahren könnten. Insgesamt bleibe die Leistung der Öko-Autos aber auch auf absehbare Zeit noch zu begrenzt, so dass ein unmittelbarer Marktdurchbruch kaum bevorstehe. Lediglich im Stadtverkehr könnten die Wagen "ein zusätzliches Mobilitätsangebot stellen".

Favorisiertes Elektromodell sind dabei die spritsparenden sogenannten Seriell-Hybride, die nur zur Aufladung der Batterie bei der Fahrt einen kleinen Verbrennungsmotor an Bord haben. Bislang machten Elektroautos allerdings nur einen kleinen Teil der jährlich verkauften Pkw aus, deren Gesamtzahl sich allein in diesem Jahr auf rund 57 Millionen belaufe, sagte Dudenhöffer. Mit rund 600.000 verkauften Hybrid-Fahrzeugen im laufenden Jahr stecke die Vermarktung noch in den Kinderschuhen. Aber schon 2009 werde es deutlich mehr geben. Der Autofachmann betonte: "Der Elektroantrieb wird die Motorisierung für 30 bis 40 Jahre prägen."

Verbesserung der Rahmenbedingungen

Das Bundesumweltministerium kündigte eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Produktion und Nutzung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland an. Dazu solle eine Gruppe deutscher Unternehmen in den kommenden vier Jahren mit 15 Millionen Euro bei einem Großversuch unterstützt werden, erklärte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD).

Am Donnerstag hatte Volkswagen 20 Hybrid-Fahrzeuge vorgestellt. Wagen vom Modell Golf TwinDrive sollen dazu in den kommenden Jahren durch Berlin und Wolfsburg rollen, sagte ein VW-Sprecher. Die beiden großen deutschen Hersteller Volkswagen und Daimler haben für 2010 eigene Modelle angekündigt.

General Motors will 2010 ein Elektroauto auf Basis des Chevrolet Volt auf den US-Markt bringen, die deutsche GM-Tochter Opel soll den Volt dann ein Jahr darauf starten.

Weg vom Öl

Fahrzeuge mit Wasserstoff-Antrieb sind nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine weitere umweltschonende Alternative zur Verbrennung von fossilen Rohstoffen. Elektromobilität mit Hilfe von Wasserstoff- und Brennzellentechnologie sei die "Antwort von übermorgen" auf knappe Öl-Ressourcen und die Erderwärmung. "Es gibt nur eine Strategie: weg vom Öl", betonte Tiefensee bei der Präsentation der Studie "GermanHy". Sie analysierte die Möglichkeiten der Wasserstoff-Technologie. Tiefensee geht davon aus, dass bis 2050 bis zu 70 Prozent der Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie fahren können.

Quelle: afp

 
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