Konjunkturpaket II: Experten: Abwrackprämie begünstigt Kriminalität
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009 - 07:29Düsseldorf (RP). Der ADAC und der Bund Deutscher Kriminalbeamten (BdK) befürchten einen massiven Missbrauch der von der Bundesregierung geplanten Abwrackprämie. Der Vorsitzende des BdK in Nordrhein-Westfalen, Wilfried Albishausen, hat die Prämie von 2500 Euro für die Verschrottung von Fahrzeugen, die älter als neun Jahre sind, als eine "Einladung an die organisierte Kriminalität" bezeichnet.
"Für spezialisierte Fälscher aus Osteuropa ist es ein Leichtes, Papiere von alten Autos zu frisieren", erklärte der Experte unserer Redaktion.
Der "blinde Aktionismus" des Konjunkturpakets II begünstige den Missbrauch durch Kriminelle. Die Bedingung, dass die Nutznießer der Prämie ihr Fahrzeug ein Jahr lang in ihrem Besitz gehabt haben müssen, sei "ganz einfach" zu erfüllen, so Albishausen. Der Druck von Blanko-Fahrzeugpapieren sei in Deutschland nicht strafbar. Albishausen rechnet mit einem Missbrauch bei "mehreren Hunderttausend Fahrzeugen". Die neuen Autos, die im Gegenzug angeschafft werden müssten, könnten gewinnbringend ins Ausland verkauft werden.
Auch ADAC-Sprecherin Jacqueline Grünewald befürchtet, dass "schwarze Schafe" die "positive Idee" der Abwrackprämie für sich nutzen werden. Sie forderte Sicherungen, um den Missbrauch zu verhindern.
Reiner Priggen, Vize-Vorsitzender der Grünen im Landtag, sieht sich durch die Warnungen in seiner Kritik am Konjunkturpaket bestätigt. Es sei "verantwortungslos", wenn durch die Abwrackprämie Kriminelle gefördert würden.
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