Handy am Steuer: Fahrer in NRW telefonieren am meisten
zuletzt aktualisiert: 06.04.2010 - 08:44Düsseldorf (RPO). Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage ist verboten. In NRW kümmert das viele Fahrer offenbar nicht. In keinem anderen Bundesland werden mehr Fahrer beim Handy-Telefonat erwischt.
Das besagt der Jahresbericht 2009 des Kraftfahrt-Bundesamtes. Seit 2004 kostet das Handy am Ohr während der Fahrt mit 40 Euro Buße und bringt einen Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister ein. Für Radfahrer beträgt das Bußgeld 20 Euro.
Trotzdem haben im Jahr 2009 418.000 Menschen in Deutschland gegen das Verbot verstoßen. Das ist nur ein leichter Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber 2008. Die Zahl der Verstöße ist also auf hohem Niveau gleichbleibend. Die Dunkelziffer der Fahrer, die nicht erwischt werden, dürfte sogar noch höher liegen.
In NRW haben die meisten Fahrer gegen das Handy-Verbot verstoßen. Das erscheint für das bevölkerungsreichste Bundesland zunächst nicht weiter überraschend. Doch nicht nur bei den absoluten Fallzahlen (153.000), auch bei den Handy-Verstößen pro 1000 Einwohner hält NRW die fragwürdige Spitzenreiter-Position.
Mit 9,8 Verstößen pro 1000 potentiell fahrberechtigte Anwohner liegt NRW weit vor Bayern und Hamburg (jeweils 7,0). Als "potentiell berechtigt, ein Fahrzeug zu führen" - es muss kein Auto sein - zählen in der Statistik alle Einwohner eines Bundeslandes ab 14 Jahren.
Jede Handy-Nutzung ein Verstoß
Wer sein Handy während der Fahrt oder bei laufendem Motor ohne Freisprecheinrichtung nutzt, macht sich strafbar, informiert der Automobilclub "Kraftfahrer-Schutz" (KS). Dies gelte auch für die Nutzung anderer Funktionen des Mobiltelefons, wie das Diktieren, Musik hören oder Fotografieren. Der Fahrer verstoße schon dann gegen das Gesetz, wenn er sein Handy nur in die Hand nehme.
Ausreden, dass eine Telefonverbindung gar nicht zustande gekommen sei, gelten demnach nicht. Aus diesem Grund appelliert der Mobilclub an alle Fahrer, die Verwendung des Handys generell zu unterlassen. Dies gelte im Übrigen auch für Radfahrer, denn auch sie sind "Fahrzeugführer" im Sinne der Straßenverkehrsordnung.
Allerdings hat das Handy-Verbot am Steuer seinen Sinn. So hat unlängst eine Studie der Universität Utah in den USA ergeben, dass nur wenige Menschen in der Lage sind, verkehrssicher zu fahren und zugleich zu telefonieren. Von 200 Studenten der Universität waren nur 2,5 Prozent fähig, im Fahrsimulator und in der Praxis ein Auto sicher zu steuern und dabei mit dem Handy am Ohr zu telefonieren.
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