ADAC warnt allerdings vor Gefahr: Freigabe von Standspuren: Rezept gegen Staus?
zuletzt aktualisiert: 05.08.2004 - 14:39Frankfurt/Main (rpo). Ein populistischer Sommer-Vorschlag oder eine ernsthafte Überlegung wert? Die Standspuren der Autobahnen sollen für den regulären Verkehr freigegeben werden, fordert der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Horst Friedrich, in der "Bild"-Zeitung.
Die Freigabe würde den kilometerlange Staus vor allem in der Ferienzeit vorbeugen. Zugleich müsse es auch besondere Spuren für Fahrgemeinschaften geben, wo nur Autos mit einer Mindestzahl von Mitfahrern fahren dürfen. Das Bundesverkehrsministerium erklärte dagegen, Standspuren würden bereits genutzt, es gebe sogar ein eigenes Verkehrszeichen dafür.
Wenn Breite und Zustand der Fahrbahn es zuließen, sei die Freigabe der Standspuren mit Geschwindigkeitsbegrenzungen möglich. Welche Standspuren freigegeben würden, entscheiden nach Angaben des Ministeriums die Verkehrsbehörden der Länder. Ein Beispiel sei der Kölner Autobahnring. Ministeriumssprecher Felix Stenschke warf Friedrich vor, er versuche "das Rad neu zu erfinden".
Der ADAC warnt
Der ADAC bezeichnete es hingegen als ein Risiko, Standspuren in den regulären Verkehr einzubeziehen. "Dadurch entstehen sehr viel mehr gefährliche Situationen", sagte Verbandssprecher Maximilian Maurer. Auf Standspuren sei immer etwas los, weshalb auch verstreute Haltebuchten die durchgehenden Spuren nicht ersetzen könnten. "Sie können dem Auto ja nicht vorschreiben, wann es kaputt geht", sagte Maurer.
Außerdem seien viele Standspuren für Lastwagen ungeeignet, da sie oft verengt würden und nicht für schwere Fahrzeuge vorgesehen seien. "Das heißt, dass Pkw rechts neben Lkw fahren müssen", warnte Maurer. Wenn die Standspuren breit genug seien, auch Lastwagen verkrafteten und über entsprechende Signalanlagen verfügten, wäre eine Freigabe zwar in Ordnung, würde allerdings "einen enormen baulichen Aufwand" bedeuten.
Die von der "Bild"-Zeitung zitierte Forderung des ADAC nach einem Ferien-Fahrverbot für Lkw in großen Bundesländern wurde unterdessen von der Zentrale des Autoclubs in München dementiert. Es würde keinen Sinn machen, wenn verschiedene Länder unterschiedliche Regelungen hätten, sagte Sprecher Peter Hemschik.
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