Verkehrsexperte: Handy-Staumelder selten nützlich
zuletzt aktualisiert: 01.08.2008 - 18:32Duisburg/München (RPO). Vor allem Radiosender gehen damit groß auf Sendung: Autofahrer sollen Verkehrsbehinderungen per Handy melden. Stauforscher zweifeln die Wirksamkeit dieses Verfahrens allerdings an.
Die Idee klingt gut, und viele Autofahrer dürften sich bereitwillig beteiligen: Um schneller von Staus zu erfahren, werden sie selbst zu Staumeldern. Autoclubs und Radiosender nutzen das Verfahren bereits, die Meldungen werden im Verkehrsfunk verlesen.
Der ADAC hat in dieser Woche eine Software vorgestellt, mit der Autofahrer am Handy nur noch einen Knopf drücken müssen, um Staus durchzugeben.
Aber: "Diese Meldungen sind nicht von großem Nutzen", ist Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen Stauforscher skeptisch, dass solche Verfahren zur Verbesserung des Verkehrsflusses beitragen.
"Irgendwelcher Quatsch"
An seinem Institut sind die Wirkungen von Staumelde-Verfahren per Mobiltelefon für den Bereich Nordrhein-Westfalen überprüft worden. "Sie bringen in den seltensten Fällen etwas", so Schreckenberg. Er bemängelt vor allem deren Zuverlässigkeit: Einerseits könnten Handy-Melder "irgendwelchen Quatsch" übermitteln, so dass jede Meldung aufwendig überprüft werden muss. Andererseits berichten sie nur von historischen Ereignissen und sagen nichts darüber aus, wie die Stau-Situation in diesem Moment ist.
Andere Meldeverfahren, zum Beispiel Fahrzeugzählungen auf einzelnen Streckenabschnitten per Induktionsschleifen, wie sie auch die Polizeibehörden nutzen, seien da weitaus zuverlässiger.
Und die besten Aussagen zur Entwicklung der Verkehrssituation - und somit auch zur Empfehlung geeigneter Umleitungsstrecken für Autofahrer - können Stausimulationen treffen, die aufgrund sämtlicher Verkehrsinformationen mögliche Stauentwicklungen hochrechnen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







