Umweltzonen 2011: Hier kommt die rote Karte für rote Plaketten
zuletzt aktualisiert: 28.12.2010 - 12:34Düsseldorf (RPO). Besitzer älterer Autos müssen im kommenden Jahr mit mehr Fahrverboten rechnen. Mehrere deutsche Kommunen richten neue Umweltzonen ein oder verschärfen die Regelung in ihren Innenstädten. Hier eine Übersicht.
Die bestehenden Regelungen zu den Umweltzonen in Düsseldorf, Wuppertal und Augsburg werden verschärft. Während in Wuppertal und Augsburg ab dem 1. Januar Fahrzeuge mit der roten Plakette draußen bleiben müssen, hat Düsseldorf eine Verlängerung der Frist ausgehandelt.
Düsseldorf: Aufschub bis März
Oberbürgermeister Dirk Elbers und Regierungspräsidentin Anne Lütkes haben vereinbart, dass das Verbot der roten Plakette in der Umweltzone Düsseldorf erst ab 1. März 2011 gelten soll. Die Handwerkerparkausweise gelten weiter bis 30. Juni 2011.
Wer danach ohne die richtige Plakette erwischt wird, zahlt 40 Euro und erhält einen Punkt in Flensburg. Ob und welche Plakette ein Auto erhält, hängt von den jeweiligen Schadstoffemissionen ab. Die Aufkleber für die Windschutzscheibe gibt es ab sechs Euro bei Prüforganisationen und vielen Kfz-Werkstätten.
Krefeld sperrt rote Plaketten aus
In Krefeld gilt ab dem 1. Januar 2011 ein Verkehrsverbot innerhalb der Umweltzone für Kraftfahrzeuge der Schadstoffgruppen 1 (ohne Plakette) und 2 (rote Plakette). Kraftfahrzeuge mit gelber und grüner Feinstaubplakette können weiterhin uneingeschränkt die Umweltzone befahren. Innerhalb der Umweltzone gilt eine Plakettenpflicht.
Osnabrück zieht am 3. Januar mit dem Verbot für rote Plaketten nach. Bremen erlaubt ab dem 1. Juli sogar nur noch Fahrzeugen mit grüner Plakette die Einfahrt in die Umweltzone.
Neu eingerichtet wird am 1. März die Umweltzone in Leipzig. Dort gelten direkt zum Start die strengsten Bestimmungen. Die Einfahrt ist laut dem Auto Club Europa (ACE) lediglich Fahrzeugen mit grüner Plakette gestattet.
Autos mit gelber oder roter Plakette müssen draußen bleiben. Eine weitere neue Umweltzone entsteht am 1. Juli im baden-württembergischen Markgröningen. Dort ist dann die Einfahrt nur mit gelber und grüner Plakette gestattet.
Nachrüstförderung läuft aus
Die Nachrüstförderung für Dieselpartikelfilter des Staates läuft in den kommenden Tagen aus. Bis zum 31. Dezember muss der Partikelfilter eingebaut sowie die Änderung im Fahrzeugschein eingetragen worden sein, um die Förderung in Höhe von 330 Euro beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen zu können.
Die Förderung gilt für die Nachrüstung aller Diesel-Pkw, die vor dem 1. Januar 2007 zugelassen wurden. Bei Wohnmobilen und leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen muss die Erstzulassung vor dem 17. Dezember 2009 liegen.
Ob ein Pkw, Wohnmobil oder Transporter ohne Partikelfilter grundsätzlich nachrüstbar ist, wie hoch die Kosten dafür sind und welche Schadstoffplakette das Fahrzeug dann erhält, darüber gibt eine kostenfreie Datenbank der Gesellschaft für Technische Überprüfung (GTÜ) detailliert Auskunft.
Umweltzone Ruhrgebiet soll kommen
Für das kommende Jahr hat NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Ausarbeitung eines neuen Luftreinhalteplans für das Ruhrgebiet angekündigt. Dabei stehe dann auch die Frage nach einer großen zusammenhängenden Umweltzone auf der Tagesordnung.
Einfluss haben solle das Ergebnis einer neuen Studie, wonach es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid, der Wohnortnähe zu einer viel befahrenen Straße und der Todesursache durch Herz-Kreislauferkrankungen gibt. Zudem gebe es Hinweise auf mögliche Verbindungen zwischen Feinstaub und Diabetes-Erkrankungen.
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