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Neue Toyota-Panne: Jetzt Bremsprobleme beim Prius

zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 13:47

Tokio (RPO). Die Pannenserie bei Toyota reisst nicht ab. Nach dem Rückruf-Desaster wegen defekter Gaspedale sind beim japanischen Autobauer nun Probleme mit den Bremsen beim Hybridmodell Prius aufgetaucht. Anders als in den USA und Japan gibt es in Deutschland aber noch keinen Fall.

Mehrere Dutzend Kunden hätten sich bei Händlern in Japan und Nordamerika wegen Bremsproblemen bei ihrem Prius beschwert, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Aufgetreten seien die Bremsprobleme beim Prius beim Fahren über unebene oder vereiste Straßen. Die ersten Berichte darüber seien im Dezember eingegangen und die Angelegenheit werde nun geprüft.

In Deutschland ist das neue technische Problem mit Bremspedalen nach Konzernangaben bislang noch nicht aufgetaucht. "Uns sind bislang keine Fälle bekannt", sagte eine Sprecherin des japanischen Autoherstellers am Mittwoch in Köln. 

Das Hybrid-Auto ist das Vorzeigemodell des Konzerns. Das japanische Verkehrsministerium teilte mit, von 14 Beschwerden Kenntnis zu haben. Über Unfälle, die damit im Zusammenhang stehen könnten, sei aber bislang nichts bekannt, teilte das Unternehmen weiter mit. Die dritte Generation des Prius ist einer der Verkaufsschlager von Toyota. In Japan ist er das meistverkaufte Modell.

Die US-Regierung erwägt unterdessen Strafmaßnahmen gegen den japanischen Autokonzern. Verkehrsminister Ray LaHood warf Toyota am Dienstag vor, zu spät auf die Probleme mit dem Gaspedal reagiert zu haben. Seit dem Auftauchen möglicher Sicherheitsmängel in Toyota-Fahrzeugen, habe die US-Regierung Maßnahmen zum Verbraucherschutz gefordert, erklärte der Minister. Es habe "bedauerlicherweise enormer Anstrengungen bedurft", dies zu erreichen. Ein Regierungsvertreter sagte, eine Zivilklage werde erwogen.

Toyota-Vizechef Shinichi Sasaki hatte sich wie zuvor bereits Konzernchef Akio Toyoda für die Probleme mit dem klemmenden Gaspedal entschuldigt. Der Zeitraum zwischen der Ankündigung, die betroffenen Modelle zurückzurufen, und dem Start der Reparaturen an den Autos sei lang gewesen, räumte er ein. Toyota habe es aber als vorrangig betrachtet, die Kunden zu warnen, auch wenn dies Verwirrung habe auslösen können. Die Probleme mit dem Gaspedal will Toyota nun mit dem Einbau eines zusätzlichen Bauteils beheben.

Toyota bekräftigte, zu der weltweiten Rückholaktion von Millionen Autos nicht von außen gedrängt worden zu sein, sondern dies aus eigenen Erwägungen veranlasst zu haben. Der Verkaufs- und Produktionsstopp in den USA sei "ganz unsere" Entscheidung gewesen, teilte der Konzern mit.

Der Autobauer, der bislang als Hersteller besonders zuverlässiger Wagen galt, musste in den vergangenen Monaten Millionen Autos weltweit aufgrund von Problemen mit dem Gaspedal zurückrufen. In Europa hatte Toyota am Freitag bis zu 1,8 Millionen Autos wegen Problemen mit dem Gaspedal in die Werkstätten zurückgerufen, zuvor bereits 2,3 Millionen Fahrzeuge in den USA. Weitere Rückrufe hatte es bislang in Kanada und China gegeben. In Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten startete ein Rückruf für 180.000 Autos.

Sammelklage von Toyota-Besitzern

In Kanada reichten Anwälte inzwischen eine Sammelklage von Toyota-Besitzern, -Fahrern und -Mitfahrern gegen den japanischen Konzern und den Lieferanten der Gaspedale, die US-Firma CTS, ein. Die Kläger werfen den Firmen vor, den Fehler gekannt zu haben oder gekannt haben zu müssen. Zudem hätte Toyota auf Sicherheitsmaßnahmen verzichtet, wie sie andere Autobauer ergriffen hätten.

Quelle: RTR/AFP/kpl

 
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