Kannte Toyota Probleme seit 2007?: Jetzt soll auch der Prius in die Werkstatt
zuletzt aktualisiert: 05.02.2010 - 10:38Hamburg (RPO). Offiziell bestätigt ist noch nichts. Doch der Agentur Reuters liegt eine E-Mail von Toyota vor, wonach der japanische Autobauer nun auch die Bremsen beim Hybridauto Prius in den USA nachbessert. Unterdessen soll Toyota bereits seit 2007 von den defekten Gaspedalen gewusst haben.
Nach dem millionenfachen Rückruf wegen eines fehlerhaften Gaspedals bessert der japanische Autokonzern Toyota nun auch die Bremsen bei seinem Verkaufsschlager Prius in den USA nach. "Es geht um eine Feinabstimmung des ABS-Systems, um das Bremsgefühl zu verstärken", teilte Toyota-Sprecher Mike Michels in einer E-Mail an Reuters. Die Einzelheiten dazu würden bald bekanntgegeben werden. Anders als beim Pedal-Defekt sei aber kein Verkaufsstopp in den USA geplant.
Zuvor hatte eine Zeitung in Japan berichtet, dass Toyota in den USA und Japan rund 270.000 Prius-Hybridfahrzeuge wegen der Bremsprobleme zurückrufen wird. Über den Prius-Rückruf werde der Konzern in Kürze die zuständigen Behörden informieren, schreibt die renommierte Wirtschaftszeitung "Nihon Kaizai". Ein Sprecher des japanischen Verkehrsministeriums sagte, noch sei nichts von einer solchen Aktion bekannt.
Eine Toyota-Sprecherin dementierte, dass die Entscheidung für einen Rückruf des Hybridautos bereits gefallen sei. Toyota hatte am Donnerstag einen Konstruktionsfehler beim Antiblockiersystem des Prius eingeräumt. In den USA und Japan sind deswegen etwa 180 Beschwerden eingegangen.
Von den Bremsproblemen ist möglicherweise auch das Hybridmodell Lexus HS250h betroffen. Eine entsprechende Untersuchung sei eingeleitet worden, da es sich um dasselbe Bremssystem wie beim Prius handle, sagte Toyota-Sprecherin Ririko Takeuchi am Freitag. Bislang gebe es aber keine Beschwerden, die Überprüfung sei eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Prüfungen schon 2007?
Toyota hat von den Problemen mit Gaspedalen in seinen Fahrzeugen offenbar bereits 2007 gewusst. Einem Bericht zufolge zeigten zu dem Zeitpunkt vom japanischen Autohersteller in Auftrag gegebene Prüfungen, dass Gaspedale während der Fahrt festklemmen können. Monatelange Tests hätten damals ergeben, dass bei dem Modell Auris mehrmals das Gaspedal in durchgedrückter Position steckenblieb.
Wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf informierte Kreise und Untersuchungen berichtete, wurden zu dem Zeitpunkt drei verschiedene Serienmodelle gestetest, die so auch verkauft wurden. Laut "FTD" wurde das Toyota-Management mehrmals über die Testergebnisse informiert. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte dem Blatt die Langzeittests durch Toyota Europe.
Dabei habe es maximal "vereinzelt ein leichtes Klemmen des Gaspedals gegeben". Der Fall sei an die Toyota-Zentrale weitergegeben worden. In Deutschland ruft Toyota mehr als 200.000 Autos wegen des Problems mit klemmenden Gaspedalen zurück.
Rückruf in Kürze
Der Rückruf in Deutschland werde in Kürze offiziell erfolgen, sagte die Toyota-Sprecherin. Die betroffenen Autobesitzer werden demnach vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) in einem Brief über die Einzelheiten in Kenntnis gesetzt. Unabhängig davon wollen auch die Toyota-Händler über den Rückruf informieren. Noch nicht verkaufte Fahrzeuge will Toyota vor der Übergabe an Kunden prüfen und nötigenfalls reparieren.
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