Polizei kontrolliert 74.500 Autofahrer: Junge Autofahrer: Kiffen statt saufen
zuletzt aktualisiert: 07.12.2003 - 12:07Lüneburg (rpo). Vor allem junge Autofahrer lenken ihr Fahrzeug immer häufiger unter Drogeneinfluss. Dies hat eine groß angelegten Verkehrskontrolle in elf Bundesländern festgestellt.
Allein in Niedersachsen stieg die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss um 37,5 Prozent, wie die Bezirksregierung Lüneburg, die den Großeinsatz koordiniert hatte, am Wochenende mitteilte. Insgesamt 3.524 Polizisten hatten von Freitag, 12.00 Uhr, bis Samstag, 12.00 Uhr, 74.501 Fahrer auf Alkohol- oder Drogeneinfluss überprüft.
6.614 Fahrer mussten den Angaben zufolge einen Alco-Test machen. Gegen 294 erstatteten die Polizisten eine Anzeige wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Bei den Kontrollen nahm die Polizei 27 Personen fest und ordnete bei 284 Fahrern Bluttests an, darunter 47 wegen Drogenverdachts. In einem Fall war der Betroffene so betrunken, dass er zum Alco-Test unfähig war. Das höchste Alkoholergebnis wurde im Landkreis Rotenburg gemessen: Der Autofahrer hatte 2,78 Promille im Blut.
Die Polizei zog 144 Führerscheine ein und stellte 48 Mal Betäubungsmittel sicher. Die weitere Bilanz: 99 Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, 19 Anzeigen wegen Fahrens ohne Versicherungsschutz, 5.585 Verkehrsordnungswidrigkeiten-Anzeigen und 103 Anzeigen nach dem Strafgesetzbuch oder Betäubungsmittelgesetz.
Trend vom Alkohol zur Droge
Die Kontrollen erstreckten sich auf Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen, Bremen, Thüringen und Berlin.
In Schleswig-Holstein musste die Polizei deutlich weniger Blutproben und Alkoholtests als bei der vergleichbaren Kontrolle im Frühjahr dieses Jahres anordnen: Von mehr als 4.500 Fahrern mussten 296 "pusten". Gegen 24 Autofahrer wurde Anzeige wegen Fahrens unter Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss erstattet. Die Polizei fand ihre Annahme bestätigt, dass gerade bei jungen Menschen der Trend deutlich vom Alkohol zur Droge geht.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







