Preis steigt wegen Frost: Kältewelle bedroht Dieselfahrer
zuletzt aktualisiert: 07.01.2010 - 16:25Hamburg (RPO). Die Millionen Diesel-Fahrer in Deutschland sollten das Thermometer auch wegen des Preises an den Zapfsäulen im Blick behalten. Die Kältewelle hat den Preis für Diesel auf den höchsten Stand seit 14 Monaten getrieben.
Ein Liter Dieselkraftstoff kostete am Donnerstag im Bundesschnitt 1,18 Euro. So hoch war der Preis zuletzt im November 2008, wie der Mineralölkonzern Aral mitteilte. Ursache des Preisanstiegs ist die laufende Kältewelle in Europa und den USA, sowie der anziehende Ölpreis. Diesel und Heizöl sind sehr ähnliche Produkte. Wenn Frost den Heizölpreis treibt, wird auch Diesel teurer.
Noch einen Grund gibt es, wegen Diesel-Fahrer aufmerken müssen: Anders als Benziner können Dieselmotoren bei grimmiger Kälte einfrieren. Dann bildet das im Diesel enthaltene Paraffin Kristalle, die den Kraftstofffilter verstopfen.
Nach geltenden Richtlinien müssen die Tankstellen nach Aral-Angaben im Winter bis 20 Grad Frost die Fließfähigkeit von Diesel garantieren. Dazu werden ab Herbst Zusatzstoffe beigemischt. Probleme kann bekommen, wer bei Frost ein Auto starten will, das zuletzt im Sommer mit Diesel betankt wurde, etwa ein Wohnmobil. Die früher übliche Mischung von Benzin und Diesel im Winter sollten Dieselfahren unterlassen, die modernen Motoren vertragen das nicht. Wenn ein Diesel eingefroren ist, hilft nur Warten auf höhere Temperaturen oder Abschleppen in eine beheizte Garage. Auch Heizöl kann bei Frost ausflocken, wird aber meisten in frostsicheren Tanks im Haus oder im Boden gelagert.
Super auch teuer
Superbenzin ist zur Zeit mit 1,36 Euro pro Liter auch vergleichsweise teuer, lag aber etwa im Juni 2009 mit fast 1,39 schon höher.
Der Ölpreis war am Mittwochabend auf den höchsten Stand seit 15 Monaten gestiegen. Der Preis in New York pro Barrel (159 Liter) lag bei 83,18 Dollar, ein Aufschlag von 1,41 US-Dollar gegenüber dem Vortag. Schon seit vier Wochen klettert der Ölpreis beharrlich. Am Donnerstag entspannte sich Öl leicht auf 82,62 Dollar.
Mit einem Preis in der Region um 83 Dollar ist Öl etwa doppelt so teuer wie vor einem Jahr und ist seit Dezember um 20 Prozent gestiegen. Das Niveau liegt aber noch deutlich unter dem Rekordhoch vom Juli 2008 mit mehr als 147 Dollar.
Der Preisanstieg in den ersten Tagen des neuen Jahres wurde von Ölexperten mit dem guten Start der US-Aktienmärkte in das neue Jahr begründet. Außerdem treibt der kalte Winter auf der Nordhalbkugel die Ölnachfrage. Erste Analysten warnen allerdings auch schon vor einer Preisblase beim Öl.
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