Kleinwagen sind sexy: L.A. Auto Show gibt sich bescheiden
zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 - 09:03Düsseldorf (RPO). Die L.A. Auto Show weiß in diesem Jahr zu überraschen. Statt glamouröser sowie vor allen Dingen benzinfressender Sportwagen und Pick-ups setzt die Veranstaltung (4. bis 13. Dezember) auf Klein- und Kompaktwagen. Der deutsche Einfluss ist in diesem Bereich enorm.
VW sorgt vermutlich für die spannendste Neuheit auf der Messe. Der Up! Lite ist zwar nur eine Studie und wird vermutlich nie den Verkaufsstand erreichen, dennoch wird der Kleinwagen das interessierte Publikum beeindrucken.
Sauberster Viersitzer der Welt
Eigentlich ist der Up! Lite ein Viersitzer und mit 3,80 Metern fast so groß wie ein Polo, wiegt allerdings nur 700 Kilogramm. Noch beeindruckender als das geringe Gewicht sind die Verbrauchszahlen. Nur 2,44 Liter verbraucht das Modell dank seines Diesel-Hybrid-Antriebs auf 100 Kilometern. "Mit seinem CO2-Ausstoß von 65 g/km ist das der sauberste Viersitzer der Welt", sagt Entwicklungsvorstandt Ulrich Hackenberg.
Dem amerikanischen Markt angepasst, präsentiert sich der in Deutschland entwickelte Ford Fiesta in Los Angeles. Ein Viertürer mit kurzem Stufenheck soll ihn dem amerikanischen Käufer näherbringen. Anfang 2010 kommt der Fiesta fast zeitgleich mit dem durchaus ähnlichen Mazda 2 in den USA auf den Markt.
P-Nut ist ein wahres Überraschungsei
Noch eine Stufe kleiner ist die neue Studie von Honda. Sie hört auf den Namen P-Nut und zeigt sich als wahres Überraschungsei. Gegen die 3,40 Meter Länge und 1,75 Meter Breite erscheinen selbst die meisten Kleinwagen groß. Innen bietet der kreative Dreisitzer jedoch sogar mehr Platz als ein Mittelklassewagen. Das Geheimnis steckt im Heck. Denn dort befindet sich der Antrieb, der wahlweise mit einem Benzin-, einem Elektro- oder einem Hybridsystem arbeitet.
Gleich mit zwei Neuheiten kann Chevrolet aufwarten - zumindest auf dem Papier. Denn der Volt wurde bereits vor fast drei Jahre erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Nun ist der elektronisch betriebene Wagen endlich serienreif. In einem Jahr kommt er auf den Markt - allerdings zunächst nur in Kalifornien. Dazu gibt es dann noch den Chevrolet Cruze, der auf der Plattform des neuen Opel Astras steht.
Zulassungsstatistik: Pick-ups und SUVs liegen vorn
Dass die in den vergangenen Jahren vermisste Bodenhaftung nun auch in L.A. zur Geltung kommt, war so in dieser Form nicht zu erwarten. Und kommt vermutlich sogar einen Tick zu spät. Denn der sinkende Benzinpreis sowie paradoxerweise auch die Wirtschaftskrise lassen in den USA eine Abkehr von den zuletzt gefeierten Kleinwagen erkennen. In der Krise besinnen sich nämlich viele US-Bürger auf alte Werte – Pick-ups und Geländewagen liegen in der Zulassungsstatistik wieder vorn.
In diesem Sinne gibt es in Kalifornien auch Alternativen zu "klein und grün". Jeep macht den Wrangler zum "Lower Forty", den Cadillac CTS gibt es jetzt auch als sportliches Coupé und den Ford Mustang mit neuem V6-Motor.
Lexus' Antwort auf den Range Rover
Die asiatischen Modelle sind für den europäischen Markt weniger interessant. Was bei uns als neuer Toyota Land Cruiser bekannt ist, präsentiert sich bei der Auto Show als Lexus GS 460. Weder Toyota Sienna noch Acura ZDX oder Accord Crosstour werden in Deutschland angeboten. Einzig auf den neuen Hyundai Sonata dürfen sich auch Kunden diesseits des Atlantiks freuen.
Bei den richtigen Giganten sind die deutschen Modelle dann aber wieder traditionell gefragt. Die Mercedes-Tochter AMG präsentiert den Flügeltürer SLS und hofft damit auf dem wichtigsten Markt für Sport- und Luxuslimousinen zu punkten. Doch auch Porsche mit dem Boxster Sypder oder Audi mit dem R8 Spyder haben durchaus Ambitionen.
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