NRW zieht nicht mit: Lebenslanges Autokennzeichen
VON ULRIKE WINTER UND ANDREAS KUNZE - zuletzt aktualisiert: 16.05.2008 - 15:52Düsseldorf (RP). Im Herbst brechen für Autofahrer bessere Zeiten an. Dann können die Länder den Autofahrern erlauben, ihr Kennzeichen zu behalten, auch wenn sie in eine andere Stadt ziehen.
Das erspart umzugsgeplagten Bürgern den lästigen Gang zum Straßenverkehrsamt und nebenbei auch ein beachtliches Sümmchen Geld: Zwischen 30 und 100 Euro kostet eine Auto-Ummeldung zum Beispiel bei der Düsseldorfer Zulassungsstelle.
Doch nicht alle Länder machen mit. NRW will von der Möglichkeit, Autofahrern beim Umzug innerhalb der Landesgrenzen die Ummeldung ihres Fahrzeugs zu ersparen, keinen Gebrauch machen. Damit wird auch in Düsseldorf die Kasse weiter klingeln.
Bisher gilt: Das Auto trägt das Kennzeichen des Hauptwohnsitzes des Besitzers. Genau die Halter seien ohne den Verweis auf den aktuellen Wohnort aber deutlich schwieriger ausfindig zu machen, begründet das Landesverkehrsministerium NRW seine Entscheidung. Auch das Bundesverkehrsministerium verteidigt das gewachsene System der wohnortgebundenen Kennzeichen als „logisch und schlüssig“ – zum Beispiel ließen sich so große Verkehrsströme messen.
Empörte Anrufe
Zudem hätte schon die Einführung des Europakennzeichens für empörte Anrufe im Ministerium gesorgt. Nur eine Minderheit von Bundesländern wolle ihren Bürgern nach anfänglicher Euphorie daher tatsächlich gestatten, ihr Kennzeichen „mitzunehmen“, so ein Sprecher des Ministeriums. Von einer bundesweiten Regelung, zu der es die Zustimmung aller Länder bräuchte, sei man weit entfernt.
Nichtsdestotrotz stellen sich Kfz-Versicherer schon einmal auf die neue Möglichkeit ein. Eine große Gesellschaft hat bereits angekündigt, gegebenenfalls neue Einstufungskriterien einzuführen. Bislang ist das Kennzeichen maßgeblich dafür, in welche Regionalklasse ein Kunde eingestuft wird. Mit den Regionalklassen berücksichtigen die Versicherer, dass es in manchen Gegenden häufiger zu Unfällen kommt als in anderen – das ist wichtig für die Prämienhöhe.
Da das Kfz-Kennzeichen in Bundesländern, in denen nicht mehr umgemeldet werden muss, auch nicht mehr aussagekräftig ist, soll künftig die Postleitzahl des Halters ausschlaggebend sein, so Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland: „Ein Umzug vom Land in die Stadt könnte dann doch höhere Prämien bedeuten.“
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