Schweiz und Belgien: Maut-Gebühren sollen deutlich steigen
zuletzt aktualisiert: 24.01.2011 - 15:19Düsseldorf (RPO). Die Fahrt ins benachbarte Ausland könnte für deutsche Autofahrer bald erheblich teurer werden. Schweizer Medien berichteten, dass die Autobahn-Gebühr, die alle Touristen auf ihr Fahrzeug, Wohnwagen und auch Anhänger verrichten müssen, deutlich angehoben werden sollen. In Belgien einigten sich die Regionen des kleinen Benelux-Staates auf die Einführung einer Pkw-Maut.
Schweizer Medien zufolge soll die Regierung eine Erhöhung der Vignetten-Gebühr auf 100 Franken (knapp 80 Euro) ins Gespräch gebracht haben. Derzeit bezahlen Touristen 40 Franken (30 Euro) bei Übertretung des Eidgenössischen Grenzpostens. Die "NZZ am Sonntag" brachte sogar eine mögliche Erhöhung auf bis 200 Franken (155 Euro) ins Spiel.
Für die Sanierung und Instandhaltung des Autobahn-Netzes würden mehr finanzielle Mittel benötigt als bisher eingenommen werden, berichtet das Blatt weiter. Vor 26 Jahren führten die Schweizer ihre Vignette ein, seither fließen jährlich rund 300 Millionen Franken (230 Millionen Euro) in die Kassen des Verkehrsministeriums. Einer Erhöhung müsste das Parlament zustimmen.
In Belgien ab 2013 Maut
Das Fahren auf belgischen Autobahnen und Schnellstraßen wird ab 2013 teuer: Nach den Wallonen und der Region Brüssel stimmten auch die Flamen der Einführung einer Pkw-Maut zu. Zahlen müssen den Wegezoll sowohl Belgier als auch Ausländer, allerdings sind für Inländer Steuererleichterungen geplant.
Dass nicht nur Autobahnen mit der Gebühr belegt werden, begründete das wallonische Finanzministerium mit dem Hinweis, dass der Verkehr sonst auf die Schnellstraßen abgedrängt werden könnte.
Der ADAC sieht die Einführung der Pkw-Maut im Nachbarland kritisch. Die Vignette in Österreich sei noch verständlich, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel der Nachrichtenagantur dapd. "Österreich ist ein klassisches Transitland. Bei Belgien ist das nicht so."
Da den belgischen Bürgern im Gegenzug für die Mauterhebung offenbar Steuererleichterungen versprochen worden seien, laufe die Einführung wohl auf eine einseitige Belastung von Ausländern hinaus. "Da muss man dann schauen, ob das EU-rechtlich überhaupt zulässig ist", sagte Hölzel.
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