Berlin: Minister: Weniger Staus durch Nachtbaustellen
VON MICHAEL BRÖCKER UND DIETER DORMANN - zuletzt aktualisiert: 10.12.2009 - 07:49Berlin (RP). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will Staus vermeiden, indem auf Autobahn-Baustellen verstärkt nachts gearbeitet wird. "Mobilität hat Vorfahrt. Deshalb müssen wir versuchen, Staus zu verringern. Mehr Wochenend- und Nachtbaustellen können helfen, den Verkehrsfluss zu verbessern", sagte Ramsauer unserer Redaktion.
An Wochenenden und in der Nacht gebe es Zeitreserven, so der CSU-Politiker. Am Montag will er an die zuständigen Länderminister in einem "Allgemeinen Rundschreiben" Leitlinien für Nachtbaustellen verschicken. Dabei müsse auch der Lärmschutz berücksichtigt bleiben.
NRW-Verkehrsminister Lienenkämper (CDU) begrüßte die Initiative. Sie bestärke ihn darin, dass NRW auf dem richtigen Weg sei. Nach Auskunft des Landesbetriebes "Straßen NRW" wird im "Stauland Nummer eins" auf rund 40 Prozent der staurelevanten Tagesbaustellen (Maßnahmen, die innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden können) nachts gearbeitet. In anderen Bundesländern gebe es weitaus weniger Nachtbaustellen. In Bayern sind es knapp zehn Prozent, in den meisten anderen Ländern nicht einmal ein Prozent der staurelevanten Tagesbaustellen. Diese Daten ergeben sich aus einer Doktorarbeit an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, die der Oberingenieur Dirk Kemper verfasst hatte.
Der ADAC hält Nachtbaustellen lediglich für "ein Mittel", Staus zu vermeiden. Es sei nur bei relativ kurzen Bauabschnitten sinnvoll, sagte Peter Meintz (ADAC Westfalen). Bei längeren Strecken seien Aufwand und Risiko zu hoch. Michael Schreckenberg, Verkehrsforscher an der Uni Duisburg-Essen, betonte, dass Nachtbaustellen wesentlich zur Stauvermeidung beitrügen. Sie müssten aber durch Maßnahmen wie ein optimiertes Management ergänzt werden.
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