Zitterpartie um die Prämie: Neue Aufregung um Abwrack-Datenpanne
VON MANFRED KÜHNAPPEL - zuletzt aktualisiert: 30.04.2009 - 12:22Düsseldorf (RPO). Die Datenpanne beim zuständigen Bundesamt für die Abwrackprämie ist fast schon wieder vergessen. Nur nicht bei den Betroffenen. „Ich bin mit meinen Nerven bald am Ende“, schildert Angelika Weber ihre Zitterpartie um die Prämie von 2500 Euro.
Angelika Weber war eine von jenen Tausenden Autokäufern, die unter die Stichtagsregelung vom 30. März fielen. An diesem Tag an stellte das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa) auf ein Reservierungsverfahren um, das nur noch online durchgeführt werden konnte.
In den ersten Stunden des neuen Verfahrens kam es aufgrund des Ansturms bei der Bafa zu gigantischen Computer-Problemen. Diese lagen in der Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister. Wer überhaupt auf die Seite durchkam, leidet zum Teil bis heute unter dem Chaos. Nicht nur persönliche Daten wurden damals unverschlüsselt durchs Netz gesendet, sondern auch Antragsnummern doppelt vergeben.
Während der Datenpanne
Angelika Weber bekam ihr Neu-Fahrzeug kurz nach dem Stichtag und war deswegen auf das Online-Verfahren angewiesen. Nachdem am 30. März endlich ihren Antrag habe absenden können, habe sie zwar eine Bestätigungs-Mail mit einer Reservierungsnummer bekommen. „Später stellte sich dann aber heraus, dass dies genau in dem Zeitraum geschah, als es durch die Datenpanne zur doppelten Vergabe von Auftragsnummern kam.“
Auf Rückfrage beim Bafa sei sie auf eine E-Mail-Adresse vetröstet worden, ohne eine Antwort zu erhalten. Angelika Weber wartete vergeblich bis die ersten Bescheide verschickt wurden. Aus Internetforen weiß sie mittlerweile, dass sie ihr Schicksal mit vielen Autokäufer teilt. Längst haben höhere Reservierungsnummern ihre Bescheide - „Datenpannen-Opfer“ nicht.
Nicht einmal die in diesen Fällen eigentlich übliche Aufforderung, den Antrag noch einmal zu wiederholen, hat Angelika Weber bisher erhalten. Gleiches gilt für Abwrack-Käufer Marina Pieterek, die von der Hotline des Bafa sogar mehrmals unterschiedliche Aussagen erhalten habe: „Ich bin inzwischen total verunsichert. Schließlich geht es doch um eine Menge Geld“, sagt sie.
Bafa-Sprecherin: Eigentlich alle angeschrieben
Bafa-Sprecherin Christiane Fuckerer glaubt, dass es sich um Einzelfälle handelt: „Zur Fehlerbehebung hat sich der externe Dienstleister bisher eigentlich an alle potenziell betroffenen Antragsteller per E-Mail gewandt“, versichert Christiane Fuckerer. In dieser Mail würden die Antragsteller aufgefordert, den Antrag nochmals über den der E-Mail beigefügten Link zu stellen. Im Bafa sei man zuversichtlich, dass es keinen Datenverlust gegeben habe.
Der Dienstleister habe den Zeitraum, in dem der Fehler aufgetreten war, im Gegenteil so weit gesteckt, so dass es dazu kommen könne, dass auch Antragsteller angeschrieben werden, die eine zutreffende Eingangsbestätigung erhalten haben. Diese müssten lediglich über den angegebenen Link nochmals ihre Vorgangsnummer eingeben. Weitere Schritte seien nicht erforderlich.
„Antragsteller, deren Eingangsbestätigung fehlerhaft war, müssen dagegen den vollständigen Reservierungsantrag ohne Nachteile bei der Reservierung ein zweites Mal stellen“, so Fuckerer.
Das würden Angelika Weber und Marina Pieterek nur zu gerne tun. Bafa-Sprecherin Christiane Fuckerer hat angeboten, sich um beide Fälle persönlich zu kümmern.
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