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General Motors: Neuer Tiefschlag zum 100. Geburtstag

zuletzt aktualisiert: 16.09.2008 - 11:39

Düsseldorf (RPO). Mit einem Zulassungsminus von knapp 24 Prozent im August erlitt General Motors mit seiner deutschen Tochter Opel in Europa einen neuen Tiefschlag. Diese Nachricht ereilt den kriselnden US-Riesen ausgerechnet an seinem 100. Geburtstag.

Den Sprung ins zweite Jahrhundert seiner Firmengeschichte würdigt General Motors mit einem so genannten „GM next Day“, den der Autobauer am Dienstagnachmittag live im Internet überträgt. Dabei wollen die GM-Bosse Rick Wagoner und Carl-Peter Forster ihre Visionen vom Auto des 21. Jahrhunderts darlegen.

Der Kutschenbauer William C. Durant gründete General Motors am 16. September 1908. Durch den Zukauf verschiedener Marken stieg das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte zum größten Auto-Imperium der Welt empor.

 77 Jahre an der Spitze

77 Jahre lang beherrschte GM mit seinem dichten Markennetz den Weltmarkt von Spitze weg, bevor dem Gigant die Absatzzahlen infolge verfehlter Modellpolitik wegbrachen. Die Pickups, Vans und SUV blieben zu Tausenden auf Halde. Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Hummer, Pontiac oder Saturn wurden in den Staaten zu Ladenhütern. Oldsmobile aus dem Ursprungsangebot hatte GM bereits Anfang 2005 mangels Nachfrage eingestellt. In Europa zittern die GM-Töchter Opel und Saab seit Jahren um die Wette.

Im ersten Quartal 2008 musste GM erstmals den japanischen Rivalen Toyota als größten Produzenten der Welt vorbeiziehen lassen. Im Jahre 2007 verbuchte GM mit 38,7 Milliarden Dollar den größten Verlust seiner Geschichte. Allein im zweiten Quartal 2008 häufte GM 15,5 Milliarden US-Dollar Miese an. In den zurückliegenden drei Jahren hat GM insgesamt 54 Milliarden US-Dollar verbrannt. Folge: Ein umfassender Kahlschlag bei den Arbeitsplätzen. Von Monat zu Monat rückt GM scheibchenweise mit neuen Stellenstreichungen im vierstelligen Bereich heraus.

Prestigeobjekt Chevrolet Volt

Der traditionsreiche Autobauer liegt am Boden. Experten schließen selbst einen Konkurs des einstigen Weltmarktführers nicht mehr aus. GM hat Kredite von der US-Regierung erbeten, um die dringend erforderlichen Forschungen in sparsame Autos durchführen zu können.

Das neue Prestigeobjekt der Amerikaner ist das Elektroauto Volt von Chevrolet. Es wurde 2007 in Detroit vorgestellt, ist ein Plug-in-Hybridauto und soll 2010 auf den Markt kommen. Im reinen Elektrobetrieb hat es bislang eine Reichweite von 64 Kilometer. Wird der kleine Verbrennungsmotor zugeschaltet, wächst die Reichweite auf rund 1000 Kilometer. Bei Opel warten alle gespannt auf den angekündigten Ableger der US-Schwestermarke für Europa.

Hoffnungsträger Opel

Opel gilt als einer der Hoffnungsträger von GM. Deswegen wurde bereits vor einiger Zeit ein großes Investitionsprogramm im dreistelligen Millionenbereich aufgelegt. Während der Betriebsrat trotz aller Schwierigkeiten zuversichtlich ist, dass es umgesetzt wird, gibt es Skeptiker wie den Gelsenkirchener Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie GM aus einer solch desaströsen Lage heraus an dem Programm für Bochum festhalten kann“, sagte er bereits vor gut einem Monat.


 
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