Neues Konzept-Auto: Niederländer macht Mazda sportlich
zuletzt aktualisiert: 17.06.2008 - 08:24Düsseldorf (RPO). Sportlich will Mazda in die Zukunft starten: Die Designerschmiede des Autobauers präsentiert seit knapp zwei Jahren regelmäßig stromlinienförmige Konzept-Autos. Jetzt stellte Mazda neue Konstruktions-Pläne vor. Überraschend: Hinter der Sportlichkeit der Japaner steckt ein Niederländer.
Elegant? Vielleicht. Praktisch und zuverlässig? Das auf jeden Fall. Aber sportlich? Nein, sportlich waren die meisten Mazda-Modelle der vergangenen Jahre gewiss nicht. Natürlich, der Roadster MX-5 hatte vor allem Frauenherzen mit seinem durchzugsstarken Motor erobert. Und der RX-8 reizte auch zum Gasgeben. Aber sonst?
Doch an der Sportlichkeit schraubt der japanische Autobauer offenbar verbissen: Fünf Studien – stromlinienförmige Renner oder Geländewagen – präsentierte Mazda in den vergangenen zwei Jahren. In Serie ist zwar noch keines der Konzept-Autos gegangen; aber was nicht ist, kann schließlich noch werden. 2020 sollen die ersten Serienfahrzeuge vom Band rollen, die auf diesen Studien beruhen. Jedenfalls, wenn es nach Mazda geht.
Jetzt präsentierte Mazda Skizzen von einem neuen Konzept: Bei dem kompakten Model handelt es sich um den jüngsten Entwurf der Nagare-Designserie, teilt Mazda Deutschland in Leverkusen mit. Es ist im Segment der sportlichen Geländewagen angesiedelt. Auf ersten Zeichnungen sind große Räder, geschwungene Radläufe, eine flache, coupéartige Dachlinie und eine spitz zulaufende Frontpartie zu erkennen. Nur einen Namen hat das neue Konzept-Auto noch nicht. Den und weitere Details will Mazda bei der Enthüllung verraten.
Designer aus den Niederlanden
Das Überraschende: Die angestrebte Sportlichkeit der Japaner hat ihre Wurzel in den Niederlanden. Dort wurde Laurens van den Acker geboren, den Mazda im April 2006 als neuen Chefdesigner einstellte. Er ersetzte damals seinen Vorgänger Moray S. Callum.
Van den Acker ist studierter Industrie-Designer, seine Fertigkeiten lernte er an der Technischen Universität im holländischen Delft. Nach seinem Abschluss war er unter anderem für Volvo und Audi tätig. 1998 wechselte er zu Mazda, und dort ist er seit 2006 für die Gestaltung aller Mazda-Modelle verantwortlich.
Zeichnen, Denken, Konzipieren, Tüfteln: So sah van den Ackers aus. Das Ergebnis war der Nagare, den Mazda noch 2006 der Öffentlichkeit präsentierte. "Nagare" ist japanisch und bedeutet „Fluss“ – ein programmatischer Name für die Linienführung der Studie, deren Karosserie in einer spitzen Schnauze mündet, so dass das Auto pfeilschnell aussieht. Ob das Auto aber auch tatsächlich pfeilschnell ist, darüber lässt sich bisher nur spekulieren; denn was der Wagen unter der Haube hat, weiß bisher niemand, der keinen unbeschränkten Zugang in die Entwicklerstube von Mazda hat.
Feilen an der Optik
Franz von Holthausen, Design-Direktor für Mazda in Nordamerika, erklärte kurz nach der Präsentation des Nagare: "Unsere Fahrzeuge waren fahrdynamisch gesehen großartig, und die Proportionen stimmten, aber wir hatten das Gefühl, dass man an der Optik arbeiten müsse." Und van den Acker feilte weiter an der Optik: Nach dem Nagares kreierte er die Ryuga- und die Hakuze-Studie. Weitere Konzept-Autos folgten, allesamt sportlich, und irgendwie hatte van den Acker immer seine Finger im Spiel. Der neue Entwurf knüpft nahtlos an diese Modelle an.
Konzept-Autos werden zwar seit jeher entwickelt, und das nicht nur bei Mazda. Das Augenfällige jedoch: Die unter van den Acker entstandenen Entwürfe spiegeln eine einheitliche Linienführung wider. Vielleicht also avanciert der stromlinienförmig-aggressive Style in den kommenden Jahren zum charakteristischen Mazda-Look.
Bisher ist die neue Mazda-Sportlichkeit noch im Prototyp-Stadium. Im Falle des neuen Entwurfs ist sie gar nicht mehr als eine Ansammlung von Strichen auf Papier. Aber wenigstens letzteres soll sich in diesem Jahr ändern: Die neuste Studie will Mazda auf der Moskau Motor Show vorstellen, die vom 29. August bis 7. September stattfindet.
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