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nissan juke fahrbericht panorama HERSTELLER 2010-0709
  Foto: Hersteller
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Crossover im Fahrbericht: Nissan Juke: Auffallen um jeden Preis

zuletzt aktualisiert: 07.10.2010 - 20:49

Düsseldorf (RPO). Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele? Das ist auch bei nicht immer eindeutig definierbaren Fahrzeuggattungen die Frage. Neudeutsch heißen sie Crossover. Der handliche Nissan Juke mit den Froschaugen ist jüngstes Mitglied in der Riege der modernen Mischlinge.

Ab 9. Oktober tritt die automobile Promenadenmischung zu Preisen ab 16.990 Euro in der Kleinwagenliga an. Ziel des wahlweise mit Front- oder Allradantrieb erhältlichen Juke ist es, an die Erfolge des in der Kompaktklasse antretenden Qashqai anzuknüpfen.

Die erste optische Kontaktaufnahme mit dem Juke verwirrt. Ist er nun ein kleiner Klon von Qashqai und Murano? Ja, irgendwie schon. Aber er ist auch anders. Wo die größeren Nissan-Brüder tatsächlich überwiegend SUV-Designelemente aufweisen, durften die Nissan-Kreativen beim Juke scheinbar nach Herzenslust mischen.

Weit ausgestellte Kotflügel

Im unteren Teil der Karosserie fährt er die typischen Attribute eines Offroaders spazieren. Die je nach Ausstattung 16 oder 17 Zoll großen Felgen, darauf breite Reifen der Dimension 205/60 oder 215/55 aufgezogen, die weit ausgestellten Kotflügel, die hohe Gürtellinie und die wuchtig wirkende Frontpartie sind kein Ausdruck von gestalterischer Bescheidenheit.

Aber schon die an Froschaugen erinnernden vorderen Scheinwerfer stören den martialischen SUV-Habitus. Schweift der Blick zur flachen Windschutzscheibe, zur abfallenden Dachlinie und zu den wohlgeformten Rundungen im Blech, entstehen eher Assoziationen an einen kleinen Sportwagen. Die zwei hinteren Türen sind so gut getarnt, wie es bei manchen modernen Coupés auch der Fall ist. Dem Juke merkt man einfach die Spielfreude der Formengeber an. Zumindest äußerlich verblüfft der handliche Japaner ungemein.

Im Inneren herrscht dagegen Klarheit und Übersichtlichkeit. Doch obwohl der Juke mit einer Länge von 4,13 Metern die Grenzen üblicher Kleinwagen übertrifft, ist sein Raumangebot eher durchschnittlich. Die hinteren Passagiere sind für eine bequeme Kniehaltung auf das Wohlwollen ihrer Vorderleute angewiesen, den mittleren Platz im Fond lässt man besser unbesetzt. Das Kofferraumvolumen fällt mit 251 bis 550 Litern bei umgeklappten Rückenlehnen auch nicht gerade riesig aus und schrumpft in der Allradvariante sogar auf 207 bis 506 Liter.

Die Mittelkonsole gefällt

Das Interieur ist jedoch ansprechend gestaltet, von Kunststoffwüsten oder Fugenkratern keine Spur zu finden. Dass die Chromzierden sich als Plastik entpuppen, ist der spitzen Feder bei der Preiskalkulation eines Kleinwagens geschuldet. Dafür gefällt die Mittelkonsole gut. Große Schalter, die sich der viel gepriesenen intuitiven Bedienungslogik tatsächlich nicht entziehen und die gut ablesbaren Displays des Bordcomputers laden zum Nutzen ein.

Bei ersten Erkundungen sorgte vor allen Dingen ein G-Force-Meter für Erheiterung. Auf einer Y-Achse zeigt er graphisch in kleine Kästchen umgesetzt die Beschleunigungs- beziehungsweise die Verzögerungswerte an. Bei Fahrten in engen Kurvenfahrten täuscht der Ausschlag auf der X-Achse allerdings Fliehkräfte vor, die mit der Realität wenig zu tun haben.

Denn die beiden Motoren, die bei ersten Testfahrten zur Verfügung standen, entsprechen dem extravaganten Außenauftritt eher nicht. Am ehesten verfügt noch der 1,6-Liter-Benziner mit 86 kW/117 PS über Sprinterqualitäten, der 1,5-Liter-Diesel mit 81 kW/110 PS taugt hingegen mehr für die duldsame Kundschaft. Auch der neben den Fahrprogrammen Normal und Eco zur Wahl stehender Sportmodus sorgt nicht für dynamische Fahreindrücke. Was vermutlich auch gar nicht gewollt und gefragt ist.

Brave Hausmannskost

Beide Aggregate, die nur mit Frontantrieb kombiniert werden können, sind im besten Sinne unauffällig und brave Hausmannskost. Sie werden wohl 90 Prozent der Bestellungen auf sich vereinen. 70 Prozent davon entfallen auf den Benziner, der ab 16.990 Euro in der Preisliste steht. Die gesparten 1900 Euro zum Selbstzünder werden die meisten Käufer wohl nutzen, um den Ottomotor mit der zweiten Ausstattungsvariante plus einigen Extras zu ordern. Die 1400 Euro Aufpreis kostende Accenta-Linie bietet unter anderem einen Tempomat, eine Klimaautomatik und eine Freisprecheinrichtung und rundet das ordentlich Komfortangebot der Basisversion ab.

Das Toptriebwerk, ein Turbobenziner mit Direkteinspritzung und mit 140 kW/190 PS Leistung, ist die einzige Möglichkeit, den Juke als Allradler zu bestellen. Das bekannte elektronische All-Mode-4x4-i-System kommt hier zum Einsatz und statt eines Sechsgang-Handschalters ist ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe installiert.

Der Nissan Juke besticht durch seine Optik und ist damit eine Alternative für jene, die auf der Straße gerne eine wenig Aufsehen erregen – also zum Beispiel der Fraktion der Kia Soul-Fahrer. Dank der erhöhten Sitzposition des Japaners hat man die erwünschten Gaffer dann auch prima im Blick, den Straßenverkehr sowieso. Und nicht zuletzt macht man beim Ein- und Aussteigen ebenfalls immer eine gute Figur.

Quelle: SP-X/kpl

 
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