Alkoholsünder am Steuer: NRW will Blutprobe abschaffen
zuletzt aktualisiert: 07.12.2007 - 10:11Düsseldorf/Berlin (RP). Alkoholsünder sollen in NRW bald nur noch mit Hilfe des Atem-Tests überführt werden. Dies kündigte Nordrhein-Westfalen bei der Konferenz der Innenminister in Berlin an.
NRW-Innenminister Ingo Wolf ist überzeugt: Der Atem-Alkoholtest kann die Blutprobe bei Alkoholsündern im Straßenverkehr problemlos ersetzen. Atem-Analysen seien inzwischen genauso zuverlässig, sagte der FDP-Politiker gestern anlässlich der Innenministerkonferenz in Berlin. Bislang wurde Betroffenen auf der Polizeiwache eine Blutprobe entnommen, wenn bei einer Verkehrskontrolle der Atem-Alkohol-Test einen Wert von mehr als 1,1 Promille ergab.
Das Ergebnis so einer Blutuntersuchung liege immer erst nach einigen Tagen vor, argumentierte Wolf. Beim Test des Atem-Alkohols mit einem Analysegerät dagegen verkürze sich für den Verkehrssünder die Wartezeit bei der Polizei erheblich, denn das Ergebnis stehe ja sofort fest.
„Eine Blutprobe ist immer auch ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, der sich heute vermeiden lässt“, fügte der Minister hinzu. Zudem entfielen für den Betroffenen die Kosten für Blutentnahme und -untersuchung - in der Regel also zwischen 60 und 150 Euro.
Bei Werten unter 1,1 Promille reichte die Analyse des Atem-Alkohols auch bisher schon als Beweis. Nun aber zeige eine aktuelle Untersuchung, dass auch bei höheren Promillewerten die Messung des Alkoholgehaltes durch Atem-Analyse so präzise sei wie bei einer Blutuntersuchung, betonte Wolf.
Erstellt hat die Studie das polizeitechnische Institut in Münster. Diplom-Ingenieur Udo Brackemeyer und seine Mitarbeiter hatten nach eigenen Angaben über ein Jahr lang bundesweit Werte gesammelt und geprüft, ob die Ergebnisse von Blutprobe und Atem-Analyse so weit vergleichbar sind, dass dem Betroffenen weder Nachteile noch Vorteile entstehen.
Brackemeyer ist sicher, dass die Untersuchung des Blutes schon lange überflüssig ist und verweist auf andere europäische Länder und die USA, wo die Blutprobe ebenfalls verboten ist.
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