"Technologie von morgen": Obama steckt Milliarden in Elektroautos
zuletzt aktualisiert: 06.08.2009 - 12:43Wakarusa (RPO). Für seine Ankündigung suchte sich Barack Obama einen symbolträchtigen Ort aus: Wakarusa liegt im von der Wirtschaftskrise besonders schwer getroffenen Bundesstaat Indiana. Dort verkündete der US-Präsident, künftig Milliarden in Elektroautos zu investieren.
In der Fabrik für Hybridfahrzeuge verriet Obama die Details zu dem bereits im März angekündigten 2,4 Milliarden Dollar schweren Programm für den Bau von Elektroautos. Diese "Technologie von morgen" werde zehntausende Arbeitsplätze schaffen, sagte der Präsident. Der Präsident sprach in einer Fabrik, in der früher Wohnmobile gebaut wurden, die aber wegen der Krise schließen musste. Dort werden nun Hybridautos gebaut, Autos, die einen kombinierten Elektro- und Batteriemotor haben.
"Wir haben es viel zu lange versäumt, in innovative Arbeitsplätze zu investieren, obwohl Länder wie China und Japan dabei schon vorausgeeilt sind", sagte Obama. Deshalb sei seine Ankündigung so wichtig: Die 2,4 Milliarden Dollar seien "die größte Investition in diese Art von Technologie in der Geschichte der USA". Es sei eine Investition in die Fähigkeit, neue Technologien von morgen zu entwickeln. Das Geld kommt aus dem 787 Milliarden Dollar schweren Konjunkturpaket.
Entwicklung von Batterien
1,5 Milliarden Dollar des Programms zur Förderung von Elektroautos sollen nach Regierungsangaben in die Entwicklung von Batterien und Bauteilen für Elektroautos sowie den Aufbau eines Recycling-Systems fließen. 500 Millionen Dollar bekommen US-Firmen, die etwa Elektromotoren oder elektronische Bauteile herstellen. 229 Millionen Dollar etwa sicherte sich der Zulieferer Johnson Controls, der zusammen mit dem französischen Partner Saft Batterien herstellt. Der japanische Autobauer Nissan bekommt 100 Millionen Dollar für den Aufbau von landesweit 2500 Aufladestationen für Elektroautos.
Obama will mit dem Förderprogramm erreichen, dass bis 2015 eine Million der umweltfreundlichen Elektro- und Hybridfahrzeuge auf US-Straßen fahren, wie er im März gesagt hatte. Der Vize-Präsident von General Motors (GM), Bob Lutz, sagte dem Schweizer "Tages-Anzeiger" dagegen, eine Massenbewegung hin zu "grünen Autos" finde nur in den Medien statt. "Es bleibt eine Tatsache, dass das amerikanische Publikum große, verbrauchsstarke Autos kauft."
Das Kaufverhalten werde sich erst ändern, wenn der Benzinpreis dauerhaft ansteige. Beim heutigen Preis seien die kleineren GM-Autos wie auch jene von Toyota oder Honda nur schwer verkäuflich. In Europa sei das aber anders.
AFP
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