Dudenhöffer-Bericht: Opel dementiert schwachen Astra-Start
zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 15:34Berlin/Bochum (RPO). Der Autohersteller Opel wehrt sich gegen Berichte über einen schwachen Verkaufsstart des neuen Astra. Opel sei mit den Ordereingängen "sehr zufrieden", erklärte das Unternehmen am Wochenende in Rüsselsheim. Für das im vergangenen Dezember auf den Markt gekommene Kompaktmodell lägen europaweit bereits 87 000 Bestellungen vor, obwohl bislang erst die fünftürige Limousine im Programm sei.
Die "Bild"-Zeitung hatte am Samstag unter Berufung auf eine Auswertung des von Ferdinand Dudenhöffer geleiteten Center of Automotive Research der Universität Duisburg-Essen berichtet, dass sich der Astra, das neue Spitzenmodell in der Kompaktklasse, deutlich schwächer als erwartet verkaufe. Opel warf Dudenhöffer vor, bei seinem Vergleich alte und neue Modelle vermischt zu haben.
Das Opel-Sanierungskonzept ist in der kommenden Woche Thema auf einem Treffen der EU-Industrieminister. Dieses sei angesetzt worden, nachdem Belgien Sorgen wegen der angekündigten Schließung des Opel-Werks in Antwerpen zum Ausdruck gebracht habe, sagte EU-Industriekommissar Antonio Tajani.
Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Wochenende berichtete, birgt das Sanierungskonzept angeblich zusätzliche Risiken für den Steuerzahler. Die Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein liste in einem von Opel selbst in Auftrag gegebenen Gutachten zahlreiche Schwachstellen des Sanierungskonzeptes vom 18. Dezember 2009 auf, an dem sich Deutschland mit Beihilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro beteiligen soll.
Bereits am Freitag war bekanntgeworden, dass das Bundeswirtschaftsministerium den von der Opel-Mutter General Motors (GM) vorgelegten Opel-Zukunftsplan scharf kritisiert. "Schon nach einer ersten Prüfung des Sanierungskonzeptes lässt sich erkennen, dass wichtige Fragen nicht beantwortet werden", heißt es in einer Bewertung des Konzepts, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires berichtete. So fehlten belastbare Aussagen darüber, "ob für Opel auch nach Auslaufen des bis Ende 2013 geltenden Überschuldungsbegriffs der Insolvenzordnung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit die Gefahr einer Insolvenz ausgeschlossen werden kann", hieß es weiter.
Weiter bemängelte das Ministerium, dass es keine Aussagen über ein Konzept gebe, das den Abfluss deutscher Steuergelder ins Ausland verhindern könne. Auch gebe es immer noch keine Einigung mit den Arbeitnehmern über deren Sanierungsbeiträge. Außerdem sei der geplante Arbeitsplatzabbau "nur bedingt nachvollziehbar".
Laut dem Anfang Februar von Vorstandschef Nick Reilly vorgestellten Plan will Opel bis 2014 drei Viertel der Fahrzeugpalette für elf Milliarden Euro erneuern. Zugleich sollen die Kapazitäten um etwa ein Fünftel sinken, was europaweit etwa 8300 Stellen kosten wird. Insgesamt beschäftigt die GM-Europasparte 48 000 Mitarbeiter, gut die Hälfte davon an den vier deutschen Standorten.
Den Finanzbedarf für die Sanierung hatte GM auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. 2,7 Milliarden Euro davon sollen aus den europäischen Ländern mit Opel-Standorten kommen.
Im Auftrag des Bundes sollen nun die Wirtschaftsprüfer von PwC das Konzept prüfen. Erst nach der Diskussion des Berichts im Bürgschaftsausschuss könne "ein Votum über die Vertretbarkeit einer öffentlichen Unterstützung" erfolgen, heißt es in der Bewertung des Bundeswirtschaftsministeriums.
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