Auflagen: Opels lebenslange Garantie gilt eingeschränkt
zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 08:31Rüsselsheim (RPO). Ab sofort sollen Käufer eines Opel-Neuwagens von einer lebenslangen Garantie für das Fahrzeug profitieren. Die Gewährleistung gelte ab 1. August für Erstbesitzer und sei auf 160.000 Kilometer Laufleistung begrenzt, sagte Opel-Chef Nick Reilly in Rüsselsheim. Es gibt also Einschränkungen.
Sorgen um einen mit dem Fahrzeugalter steigenden Reparaturaufwand seien für Opel-Käufer damit vorbei. Innerhalb der ersten sechs Jahre könnten auch Zweitbesitzer für "einen erschwinglichen Preis" die lebenslange Garantie erwerben, sagte Reilly. Er blicke mit großer Zuversicht in die Zukunft seines Unternehmens.
Nach Opel-Angaben deckt die Garantie - bis zum Ende der genannten Laufleistung - alle Lohnkosten ab. Für die ersten 50.000 Kilometer des Pkw-Lebens will die GM-Tochter auch alle Materialkosten übernehmen. Ausgeschlossen sind Verschleißteile wie Bremsen, Zahnriemen oder Unfallreparaturen. Der Materialkostenanteil, den Opel trägt, sinkt dann von 90 Prozent (50.000 bis 60.000 Kilometer) gestaffelt auf 40 Prozent (100.000 bis 160.000 Kilometer). Die jeweilige Gewährleistung gelte nicht nur Bauteile wie Motor, Getriebe und Elektronik, sondern auch für eine Klimaanlage, sagte Opels Entwicklungschefin Rita Forst in Rüsselsheim.
Nach Ablauf der gesetzlichen zweijährigen Herstellergarantie schreibe die neue Opel-Gewährleistung dann einen jährlichen Besuch bei einem Servicepartner vor, erklärte Forst. Auf den Preis, den ein Zweitbesitzer für die Garantieübertragung zahlen muss, wollte sich Forst nicht festlegen. Sie kündigte an, Opel werde mit Werbeauftritten für das neue Gewährleistungsprodukt eine Kampagne starten.
Medienberichte, wonach der geplante Opel-Kleinwagen Junior künftig in Eisenach produziert wird, bestätigte Reilly am Donnerstag nicht. Entschieden sei nur, dass das Modell tatsächlich vom Band laufen werde, sagte Reilly, der auch Europachef von Opels Konzernmutter General Motors (GM) ist. Eisenach sei aber ein denkbar guter Produktionsstandort. Wörtlich nannte der Opel-Manager die thüringische Stadt einen "starken Kandidaten".
Diskussion um Junior-Standort
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) hatte berichtet, Eisenach stehe als Produktionsstätte für den Junior bereits fest. Opels Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender Klaus Franz sagte in Rüsselsheim auf Nachfrage, er selbst könne die Medienberichte nicht bestätigen. Unter Arbeitnehmervertretern gehe man aber von Eisenach als künftigen Standort für die Junior-Fabrikation aus. "Da bin ich positiv", sagte Franz. Der Eisenacher Betriebsrat verknüpft mit der Produktion des neuen Kleinwagens die Hoffnung, dass es nicht zum Abbau von 300 der 1600 Opel-Jobs in Thüringen kommt.
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