Minus neun Prozent: Pkw-Neuzulassungen so niedrig wie 1990
zuletzt aktualisiert: 20.12.2007 - 14:07Frankfurt/Main (RPO). Die Zahl der verkauften Autos in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Um neun Prozent ging der Absatz im Vergleich zum Vorjahr zurück. Das Gewerbe klagt über Kostensteigerung und die Klima-Debatte.
Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ist 2007 in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 1990 gesunken. Mit einem Minus von rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr würden voraussichtlich bis Ende des Jahres etwa 3,15 Millionen Autos neu zugelassen, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Damit werde das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung erreicht. Der Rückgang sei zwar vorhersehbar gewesen, die Verkäufe an Privatkunden seien allerdings stärker eingebrochen als erwartet.
Der Branchenverband führte die Kaufzurückhaltung der Verbraucher vor allem auf die Kostensteigerungen im Kfz-Bereich wie etwa bei den Kraftstoffpreisen zurück. Für 2008 werde allerdings wieder mit einer leichten Erholung auf dem deutschen Automarkt gerechnet. Der Verband gehe von einem Anstieg auf 3,2 Millionen Neuzulassungen aus, sagte VDIK-Präsident Volker Lange. Das Marktwachstum werde ausschließlich durch private Zulassungen erreicht werden.
Im Jahr 2007 sind nach Einschätzung des Kraftfahrzeuggewerbes wegen der Klimadiskussion etwa 100.000 Autos der Kompakt- und Mittelklasse weniger in Deutschland verkauft worden. Die Kunden seien schon durch die Debatten über eine Kfz-Steuer nach Schadstoffausstoß verunsichert gewesen, sagte der Sprecher des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Helmut Blümer, am Donnerstag der AP. Durch die Vorschläge der EU-Kommission für neue CO2-Grenzwerte ab 2012 drohten der Branche weitere Einbußen.
"Die Leute sind verunsichert. Die Grundfrage beim Autokauf ist heute, was es kostet", sagte Blümer. Von Januar bis einschließlich November seien in Deutschland etwa 298.000 Neuwagen weniger an Privatkunden verkauft worden als im Jahr zuvor, erklärte der Sprecher des Verbandes der Autohändler und der Werkstätten. Dafür gebe es drei Gründe, die jeweils grob gerechnet für ein Drittel der Einbußen verantwortlich zu machen seien: die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahresbeginn, die hohen Spritpreise und eben die Klimadiskussion mit der Ankündigung einer CO2-Steuer.
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