Alle deutschen Hersteller betroffen?: Porsche wehrt sich gegen US-Strafen
zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 10:53Stuttgart (RPO). Die drohenden Strafen wegen zu hohen Treibstoffverbrauchs will Porsche mit aller Macht vermeiden. Der Sportwagenbauer setzt dabei einem Zeitungsbericht zufolge auch auf die Unterstützung der deutschen Konkurrenz.
"Wir stehen mit den Behörden in Kontakt", erklärte ein Porsche-Sprecher in Stuttgart. "Das Thema ist nicht neu, wir arbeiten schon seit längerem daran." Porsche werde den Verbrauch seiner Fahrzeug senken und wolle erreichen, dass keine höheren Strafzahlungen fällig würden.
Im Zuge der geplanten Verschärfung der Verbrauchsvorschriften drohen Porsche künftig deutlich empfindlichere Strafzahlungen. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge könnten sich diese auf mehr als 30.000 Dollar pro Fahrzeug belaufen.
Wie das Blatt weiter berichtet, wollen die großen deutschen Autohersteller in den USA wie Daimler, BMW und Volkswagen nun gemeinsam gegen die neuen Grenzwerte für den Verbrauch vorgehen. "Wir setzen jetzt auf eine konzertierte Aktion aller deutschen Hersteller", sagte ein Porsche-Sprecher der Zeitung.
Bereits gegenwärtig muss Porsche pro verkauftem Auto in den USA einige hundert Dollar Strafe zahlen, da der Treibstoffverbrauch der hochmotorisierten Sport- und Geländewagen die Grenzwerte überschreitet. Porsche profitiere derzeit noch von einer Ausnahmegenehmigung, sagte der Sprecher.
Für die Modelljahre 2012 bis 2015 besitzt Porsche die Ausnahmegenehmigung noch. Ab 2016 gilt diese nicht mehr. Nach dem neuen Gesetz, das im Mai in Kraft treten wird, müsste Porsche für die gesamte Fahrzeugflotte bereits bis 2016 eine durchschnittliche Reichweite von 41,4 Meilen pro Gallone erreichen. Das entspricht etwa einem Verbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometern.
CO2-Grenzwerte später
Unterdessen wird die US-Umweltschutzbehörde EPA aus Rücksicht auf die Wirtschaft ihre neuen Grenzen für den CO2-Ausstoß später einführen. EPA-Chefin Lisa Jackson teilte mit, die neuen Richtlinien dürften nicht vor 2011 eingeführt werden. Zudem werde die geplante Schwelle für Genehmigungen von 25.000 Tonnen Treibhausgasen pro Jahr je Unternehmen vermutlich "deutlich erhöht", hieß es in einer Erklärung der Bundesbehörde. Es wurde keine neue Zahl genannt. Ein Entwurf der Richtlinien wird für Ende März erwartet.
Senatoren aus Bundesstaaten mit großen Vorräten an fossilen Brennstoffen wie West Virginia oder Alaska hatten Bedenken über die Grenzwerte angemeldet. Auch Kalifornien, der bevölkerungsreichste US-Staat, hatte vor einer zu schnellen Einführung der Grenzwerte gewarnt. Dies könnte den Umbau des Sektors hin zu erneuerbaren Energien behindern, hieß es.
Präsident Barack Obama drängt die EPA dazu, Richtlinien zu erlassen, da ein Klimaschutzgesetz im Kongress feststeckt. Allerdings stellen einige Senatoren das Recht der Behörde zur Regulierung des CO2-Ausstoßes grundsätzlich infrage.
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