Wir haben den Medienwald zum Thema "Blitzer-Marathon" durchforstet.
Rheinische Post
"Ein einmaliger Aktionstag, bei dem die Kontrollpunkte im Internet veröffentlicht werden, wird Raser kaum dauerhaft beeindrucken. Wenn es darum geht, Gefahrenpunkte für Radfahrer und Fußgänger zu entschärfen, sind vor allem die Kommunen gefragt. Sie stellen stationäre Blitzer und ihre mobilen Messstellen häufig nicht an den neuralgischen Stellen vor Kindergärten, Schulen und Spielplätzen auf, sondern dort, wo schnelles Geld in die Kasse kommt. Wer Tempomessung einsetzt, um klamme Haushaltskassen zu sanieren, erweist der Verkehrssicherheit einen Bärendienst. "Radarfallen" lösen in der Regel keine Lernprozesse aus. Jäger sollte deshalb den Einsatz von Schockvideos ausweiten. Die schrecklichen Bilder von Tempo-Unfällen bleiben bei den Rasern haften."
Bild
Geht es bei der Aktion um die Verkehrssicherheit oder die Abzocke der Autofahrer? Durch die detaillierte Vorankündigung werden Autofahrer ja gewarnt. Aber: Seit November darf die Polizei in NRW nicht mehr nur an Unfallschwerpunkten, Schulen und Altenheimen blitzen, sondern überall. Das riecht nach Abzocke.
General-Anzeiger
"Denn jede Kampagne, die hilft, Leben zu retten, verdient Unterstützung. Die Zahl der Unfalltoten ist gestiegen.Genau deshalb darf der Blitzmarathon keine einmalige Aktion bleiben. Es muss kontinuierlich geblitzt, die Raser müssen immer wieder zur Kasse gebeten werden. Nur so können nachhaltige Erfolge erzielt werden. Polizei und Stadt müssen nur ihrer Linie treu bleiben und sich nicht von denen aus der Ruhe bringen lassen, die Rasen für ein Kavaliersdelikt halten.
Neue Rhein Zeitung
"Jede Initiative, die die Zahl der Verkehrstoten senken hilft, ist eine gute Initiative. Ob allerdings bei Menschen mit Bleifuß-Gen durch eine derart kurzfristige Aktion tatsächlich ein Umdenken eintritt, darf bezweifelt werden. Sie werden sich am Freitag und Samstag ein bisschen zurückhalten und fortan wieder aufs Pedal treten. Echte Fortschritte ließen sich vermutlich nur dann erzielen, wenn die Debatte über eine Ausweitung von Tempolimits wieder Fahrt aufnähme."