Benarrow PB5: Schicker Audi-Ableger aus der Eifel
VON MANFRED KÜHNAPPEL - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010 - 07:37Düsseldorf (RPO). Es lässt sich nur erahnen, dass der Benarrow PB5 aus Audi-Genen gezüchtet wurde. Die neue deutsche Automarke aus Wittlich am Rande der Eifel hat den Ursprung des Sportcoupés geschickt verschleiert. Dabei hat Benarrow einen schicken 525-PS-Paukenschlag gelandet.
Unter der fremdartig wirkenden Haut schlägt das Herz eines Audi S5. Tuningspezialist MTM hat den 4,2-Liter-V8-Antrieb mit einem Kompressor getrimmt. Als maximales Drehmoment liegen laut Hersteller 520 Nm bei 3800 U/min an. Damit erledigt das knapp zwei Tonnen schwere Allrad-Kraftpaket den Sprint von null auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden. Bei 285 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die Hochleistungs-Bremsanlage packt kräftig genug zu, um den Benarrow sicher zum Stehen zu bringen.
„Hier im Hause sind wir alle Audianer“, gesteht Harald Rettig. Der Projektmanager bei Benarrow macht aus seiner Leidenschaft für die Premium-Marke mit den Ringen keinen Hehl. Umso erstaunlicher ist, dass das Erstlingswerk aus der Eifel äußerlich kaum als Audi zu erkennen ist. Die Designer entwickelten den Benarrow PB5 konsequent vom Basismodell S5 fort.
Englische Linie
Hinter der Front mit den Doppelscheinwerfern, der abgeflachten Motorhaube und dem schmalen Kühlergrill mit dem B-Logo in einem Zahnkranz vermutet man keinen Audi. Von hinten glaubt man eher, das Heck eines Ferrari davonrauschen zu sehen. Die 20-Zoll-Aluminiumfelgen erinnern unwillkürlich an Turbinen. In der kraftvollen, aber zugleich „sehr weich und fließend gezeichneten Seitenansicht kommt eine englische Linie zum Ausdruck“, betont Harald Rettig. Aston Martin lässt grüßen.
Die Autobauer haben die optische Nähe zu den sportlichen Coupés aus England aus den 60er Jahren gesucht und gefunden. Kein Zufall: Der Benarrow PB5 wurde an der englischen Universität Coventry unter Leitung des Design-Professors Chris Johnson entworfen und in Handarbeit gefertigt. Diese Story verknüpft sich eng mit der Entstehungsgeschichte der Marke. 2009 ist sie aus der Firma Benninghoven hervorgegangen, die eigentlich Aspaltmischanlagen herstellt.
Inzwischen ist Benarrow (Ben von Beninghoven und Arrow für Pfeil) auch in Deutschland als Kleinserienhersteller zugelassen. „Das war gar nicht so leicht, doch das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg hat uns prima geholfen“, hebt Projektmanager Rettig hervor. Der vierte PB5 ist gerade in der Fertigung, drei existieren bereits und ein Benarrow ist schon verkauft. Er ging in die rumänische Haupstadt Bukarest. Der Käufer dort musste für den scharfen Sportler rund 225.000 Euro hinblättern. Der günstigste Audi S5 Quattro mit 354 PS kostet ab 58.600 Euro.
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