Die Neuheiten der Tokio Motor Show: Schnell, grün und ziemlich schräg
zuletzt aktualisiert: 11.10.2009 - 15:02Düsseldorf (RPO). Die Tokio Motor Show ist vielleicht nicht die wichtigste Automesse der Welt – aber mit Abstand die schrägste. Auf keiner anderen Messe ist das Design der Studien verspielter oder die Technik an Bord futuristischer. Nur ein kleiner Teil der Visionen geht später in Serie. Trotzdem schaut man sie sich gerne an.
Der Land Glider ist vermutlich die verückteste Studie, die die Tokio Motor Show (24. Oktober bis 4. November) in diesem Jahr zu bieten hat. Der Mischling aus Kleinwagen und Motorrad könnte auch eine Hauptrolle im Pixar-Animationsfilm "Cars" einnehmen. Zwei hintereinander angeordnete Sitze sorgen für eine schmale Karosserie, bei Kurvenfahrten neigt sich der Land Glider mittels spezieller Neigetechnik wie ein Motorrad bis zu 17 Grad zur Seite. Das sieht im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich schräg aus.
Angetrieben wird das Gefährt von Elektromotoren in der Nähe der Hinterachse, die von Lithium-Ionen-Batterien gespeist werden. Ein Antrieb, den man auf der Messe in diesem Jahr öfter antreffen wird. Zumindest ein Großteil der Studien steht hier unter Strom – ganz egal in welcher Fahrzeugklasse man sich umschaut.
So präsentiert Mitsubishi einen sogenannten Crossover in der Größe eines Range Rover Sport oder einer M-Klasse von Mercedes. Diese Fahrzeuge stehen gewöhnlich nicht gerade für Sparsamkeit. Die Studie PX-MiEV soll dagegen besonders genügsam sein. Angetrieben wird er von einem Elektromotor mit 84 PS und einem 115-PS-Benziner. So kann er sich innerhalb der Stadt rund 50 Kilometer nur mit dem Elektroantrieb bewegen, bevor sich der Benziner hinzuschaltet. Aufgeladen werden die Lithium-Akkus über die Steckdose (Plug-In-Hybrid) oder die Kräfte des Benzinantriebs.
Ebenfalls mit Plug-In-Hybrid, aber deutlich näher an der Serienreife ist eine Studie des Suzuki Swift. Auch dieser kann an eine haushaltsübliche Steckdose gestöpselt werden. Um unterwegs mehr Reichweite zu ermöglichen, ist außerdem ein 660 Kubikzentimeter großer Verbrennungsmotor an Bord. Er lädt den Akku nach, wenn dieser erschöpft ist.
Bei so viel grüner Vernunft darf der Spaß am Ende auch auf der Motor Show in nicht zu kurz kommen. Deshalb wird Toyota auch einen echten Kraftmeier in Tokio präsentieren. Der Prototyp trägt die Bezeichnung FT-86 – wobei die 86 laut Toyota "hachi roku" ausgesprochen wird.
Der in Rot lackierte Zweitürer soll im Innenraum vier Sitzplätze bieten. Als Antrieb dient ein Boxermotor mit zwei Litern Hubraum von Subaru. Geringes Gesamtgewicht sowie ein tiefer Schwerpunkt sollen dem 4,16 Meter langen FT-86 zu einem Rennwagen-ähnlichen Fahrverhalten verhelfen. Ein idealer Konkurrent für Audi TT, VW Scirocco oder Alfa Romeo Brera.
Schnell, grün, schräg – in der Fotostrecke sehen Sie die Visionen aus Tokio.
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