Handy am Steuer: SMS steigern Unfallrisiko um das 23-fache
VON FABIAN HOBERG - zuletzt aktualisiert: 01.06.2010 - 14:57Düsseldorf (RPO). SMS schreiben am Steuer ist nicht nur verboten, es ist gefährlich. Wie sehr das Tippen auf dem Telefon vom Fahren ablenkt, hat jetzt eine Studie aus den USA gezeigt. Das Unfallrisiko erhöht sich drastisch.
In Deutschland werden immer mehr Kurznachrichten verschickt. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der gesendeten Short Message Service (SMS) um 24 Prozent auf 34,4 Milliarden. Nicht wenige dieser Nachrichten werden von Autofahrern während der Fahrt getippt.
Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des amerikanischen Virginia Tech Transportation Institutes (VTTI) zeigt, dass einen Autofahrer nichts so sehr vom Verkehrsgeschehen ablenkt, wie das Tippen einer SMS. Das Unfallrisiko erhöht sich in dieser Zeit um das 23-fache.
Im Schnitt schauten die Probanden zwischen 4,6 und sechs Sekunden auf das kleine Display des Handys anstatt auf die Straße. Bei 80 km/h entspricht dieser Blindflug ungefähr der Länge eines Fußballfeldes. Schon das Wählen einer Rufnummer erhöht das Unfallrisiko um das 2,8-fache. Beim reinen Sprechen und Zuhören wurde dagegen kein höheres Risiko festgestellt.
Laut Jahresbericht des Kraftfahrtbundesamtes wurden 2009 in Deutschland 418.000 Menschen dabei erwischt, dass sie trotz des Verbots am Steuer ihr Handy benutzten. Das wird seit 2004 mit 40 Euro Geldbuße und einen Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister geahndet.
In NRW haben die meisten Fahrer gegen das Handy-Verbot verstoßen. Das überrascht zunächst nicht, ist NRW doch das bevölkerungsreichste Bundesland. Doch nicht nur bei den absoluten Fallzahlen (153.000), auch bei den Handy-Verstößen pro 1000 Einwohner führt NRW die Statistik an mit 9,8 Fällen pro 1000 potentiell fahrberechtigte Einwohner.
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