Praxistest: So fährt sich der Audi A7
VON JENS MEINERS, SP-X - zuletzt aktualisiert: 29.10.2010 - 17:21Düsseldorf (RPO). Der neue Audi A7 bringt alle Voraussetzungen mit, um dem A5 Sportback den Rang des Beaus im Modellprogramm streitig zu machen - und dem neuen Mercedes-Benz CLS in die Parade zu fahren. Wir haben ihn gefahren.
Normalerweise treten bei einer neuen Baureihe drei oder mehr Entwürfe gegeneinander an, auf dass sich der bessere durchsetze. Beim A7 Sportback war das anders, verrät Audi-Chef Rupert Stadler: „Hier passte die Form von vornherein".
Technische Basis für den 4,97 Meter langen und damit an der Oberklasse kratzenden A7 ist die kommende Modellgeneration des A6, die noch 2010 gezeigt wird. Das Auto nutzt den modularen Längsbaukasten, der sich durch eine gute Gewichtsverteilung und eine Vielzahl an möglichen Antriebskonfigurationen auszeichnet.
In der von uns gefahrenen Spitzenmotorisierung, der allradgetriebenen Variante 3.0 TFSI quattro, verfügt der A7 über einen per Roots-Kompressor aufgeladenen 3,0-Liter-V6-Motor, der 220 kW/300 PS aus dem Ärmel schüttelt. Auf die Straße gebracht wird die Leistung über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Spontan und vehement
Dies geschieht in der Praxis derart spontan und vehement, dass sich die Frage nach einem standesgemäßen V8-Motor erübrigt. Der A7 zieht völlig mühelos bis in obere Geschwindigkeitsbereiche - Schluss ist erst bei abgeregelten 250 km/h. Das serienmäßige Stopp-Start-System hilft vor allem im Stadtverkehr, den Verbrauch in Grenzen zu halten. Insgesamt strömen nach EU-Norm 8,2 Liter Kraftstoff durch die Einspritzdüsen. Schärfere Gangart treibt den Verbrauch allerdings rasch in den zweistelligen Bereich.
Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe schaltet spontan und schnell; trotzdem ist der Antrieb insgesamt durchaus komfortbetont ausgelegt. Der A7 liefert seine Leistung leise und unaufgeregt - und kommt damit eigentlich schon an das Geräuschniveau des A8 heran.
Gnadenlos durch die Kurven
Genauso überzeugend wie der Antrieb ist das Fahrwerk der Fließheck-Limousine. Der A7 federt weicher, als wir es bisher von Audi-Modellen gewohnt sind, und bietet damit auch auf Langstrecken hohen Komfort. Das geht allerdings nicht auf Kosten des Fahrverhaltens: Der A7 kann, wenn der Fahrer es wünscht, gnadenlos durch Kurven gepeitscht werden. Dabei liefert die Servolenkung präziseste Rückmeldung, das Fahrverhalten bleibt sehr lange neutral. Damit könnte sich das neue Modell als Sportwagen im Limousinen-Kleid profilieren - wäre es nicht viel schöner, sich an der sauber gezeichneten und aus hochwertigen Materialien zusammengebauten Armaturentafel zu erfreuen.
Übrigens verfügt der A7 optional über die neuesten Infotainmentsysteme - unter anderem mit Internet-Funktion und einem Touchpad zum Beispiel zur Eingabe von Navigationszielen. Das vernetzte Automobil – es wird langsam Realität, auch wenn man sich bei den aktuellen Roaming-Gebühren fragen muss, ob es wirklich nötig ist, im Ausland permanent Google-Kartendaten herunterzuladen.
Zu den Konkurrenten des Audi A7 zählen der Jaguar XF und der Mercedes-Benz CLS, der auf dem Pariser Salon seine Premiere feiert. Der Vergleich mit diesen Modellen verspricht spannend zu werden - und bei aller modernen Technik stellt sich dann vor allem die Frage: Wer ist der Schönste im ganzen Land?
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