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Marktstart am 20. März: So fährt sich der neue BMW 5er

VON ULRIKE GOLDNER, DDP - zuletzt aktualisiert: 17.03.2010 - 14:24

München (RPO). Start frei für den neuen BMW 5er. Die Limousine wird ab Samstag (20. März) ausgeliefert. Der neue 5er zeigt sich in Topform und ist auf das Duell mit der Mercedes E-Klasse und dem Audi A6 bestens vorbereitet. Wir haben ihn gefahren.

Ausgezeichnete Fahrdynamik, eine Ausstattung wie in der Oberklasse, elegantes Design, Komfort wie nie zuvor - alles in allem präsentiert sich der neue 5er, der voll auf Angriff getrimmt wurde, als sportlicher Maßanzug für den erfolgreichen Geschäftsmann. Der muss für den automobilen Image- und Leistungsträger mindestens 40.000 Euro investieren.

BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk gilt als cooler Typ. Dementsprechend hört sich seine Kurzvorstellung des neuen 5ers an. "Vor gut drei Jahren haben wir die ersten Skizzen gezeichnet. Das hier ist dabei herausgekommen." Der Platzhirsch der gehobenen Dienstwagenklasse ist augenscheinlich ein Auto wie aus einem Guss.

Das gilt für die äußere Linienführung ebenso wie für die Gestaltung des Innenraums. Die 4,90 Meter lange Limousine wuchs gegenüber dem Vorgänger um 40 Millimeter. Der Radstand wurde um 80 Millimeter verlängert. Solches Wachstum sorgt für kürzere Überhänge und mehr Platz im Passagierabteil.

Der Innenraum wirkt hochwertig. Materialien und Verarbeitung passen zusammen. Das Cockpit präsentiert sich wie gewohnt übersichtlich, klar auf den Menschen am Steuer zugeschnitten. Und auch das Platzangebot ist gut. Schmerzlich vermissen aber werden vor allem Langstreckenfahrer - schließlich eine der Hauptzielgruppen des 5ers - den Platz für eine große Wasserflasche. Über dieses Alltags-Manko helfen auch die komplexen Erklärungen von Technikern und Designern nicht hinweg, die auf taillierte Türen und eine veränderte Mittelkonsole aufgrund der Achtgang-Automatik hinweisen.

Fahrwerk auf Oberklasse-Niveau

Trotz der coolen Art, mit der Designchef van Hooydonk den neuen 5er präsentiert, ist er Realist. "Das Design ist immer nur ein Versprechen, das von der Technik eingelöst werden muss." Auftrag erfüllt, lautet das Urteil dazu nach ersten Fahreindrücken. "Das Fahrwerk basiert auf dem des 7er und liegt damit auf Oberklasse-Niveau", erläutert Projektleiter Josef Wüst die taktische Umsetzung der strategischen Vorgaben. Mit dem Einsatz hochfester Stähle sei für eine gegenüber dem bisherigen Modell um 55 Prozent verbesserte Verwindungssteifigkeit der Karosserie gesorgt worden. Zudem hat BMW bei den eingesetzten Werkstoffen auf Leichtbau gesetzt. So wurde der Rohbau um 50 Kilogramm leichter.

Konstruktive Kniffe hin, technische Tricks her - entscheidend sind Fahrgefühl und -leistung. Da gibt sich der neue BMW überzeugend. Gelassen und souverän geht es über die Autobahn dahin. Unglaublich agil und ausgewogen zeigt sich der Wagen bei zügigem Tempo auf kurvenreicher Landstraße - sowohl der 306 PS starke 535i (50.300 Euro) als auch der 530d (245 PS/49.300 Euro). Die beiden Sechszylinder hängen gut am Gas und agieren extrem laufruhig.

Sprintfreudig und durchzugskräftig

Während beim Benziner die Sprintfreudigkeit ein wenig besser ist, punktet der Diesel mit seiner vehementen Durchzugskraft. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe. Wenn eine Achtgang-Automatik (2200 Euro Aufpreis) zum Einsatz kommt, erfolgen die Wechsel zwischen den einzelnen Fahrstufen blitzschnell und ohne die geringste Zugkraftunterbrechung.

Trotz aller Sportlichkeit soll die Reiselimousine auch sparsam bewegt werden. Das Mittel zum Zweck: eine enorme Spreizung des Getriebes, wie sie bereits in anderen Modellreihen angeboten wird. So kann bei einem zurückhaltenden Gasfuß die Drehzahl verbrauchsreduziert gehalten werden. Bahnbrechendes, gar einen Hybrid-Antrieb, hat BMW in seiner neuen Modellgeneration nicht zu bieten - zumindest derzeit nicht.

Neben den genannten Triebwerken offeriert BMW zum Marktstart am 20. März noch die Modelle 525d (204 PS/44.700 Euro), 523i (204 PS/41.900 Euro), 528i (258 PS/45.400 Euro) sowie den Achtzylinder 550i (408 PS/70.500 Euro). Drei Monate später wird bei den Selbstzündern mit dem 520d (184 PS/39.950 Euro) der einzige Vierzylinder nachgelegt. Der ist dann mit Start-Stopp-Automatik ausgestattet und soll sich laut Projektleiter Wüst im Normverbrauch mit fünf Litern (132 Gramm CO2) begnügen.

Messlatte liegt hoch

Bei der Serienausstattung des neuen 5ers hat BMW ein ordentliches Paket geschnürt. So gibt es neben allen wichtigen Sicherheitsfeatures Klimaautomatik, CD-Radio mit Aux-in-Anschluss und sechs Lautsprechern sowie beispielsweise ein Tempomat mit Bremsfunktion. Dazu bietet BMW gegen Aufpreise eine Reihe von Fahrer-Assistenzsystemen an, die bislang der Oberklasse vorbehalten waren.

Da wundert es nicht, dass BMWs Manager große Hoffnung hegen. Doch die Messlatte liegt hoch. Von den bislang fünf 5er-Generationen wurden mehr als 5,5 Millionen Exemplare verkauft, und die Zeichen der Zeit stehen auch in dieser Fahrzeugklasse derzeit höchstens auf Gelb.

Quelle: DDP

 
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