Der hauseigene Mercedes-Tuner stellt sein neuestes Modell vor: Den S 63 AMG. Hinter den Lettern stecken eine Menge Hochleistungszahlen, die das Herz jedes Hobby-Schumis höherschlagen lassen. Satte 571 PS beschleunigen das Geschoss in nur 4,4 Sekunden auf 100 km/h.
Unser Reporter Thorsten Breitkopf durfte den neuen Mercedes-Boliden mit den Fahrleistungen eines Porsche 911 testen. Seine Eindrücke lesen Sie hier.
Bitte einsteigen, und los geht die wilde Fahrt in dem neuen Luxussportler. Er kommt im September in den Handel und ist definitiv kein Fahrzeug, um einfach nur von A nach B zu kommen.
Ein beherzter Tritt auf das Gaspedal sorgt für einen gewaltigen Tritt ins Kreuz. Der mehr als zwei Tonnen schwere Wagen spurtet nach vorn wie ein startender Eurofighter. Nur eben nicht so brachial. Dutzende unsichtbare elektronische Helfer sorgen dafür, dass auch beim Kickdown kein Rad durchdreht.
Wenige Augenblicke später regelt der Motor automatisch ab – bei unglaublichen 300 Stundenkilometern. Bei dieser Geschwindigkeit werden auch Autobahnkurven sehr eng. Technisch wäre auch Tempo 330 kein Problem.
Thorsten Breitkopf ist begeistert und genießt die Fahrt auf freier Strecke. Der Innenraum ist S-Klasse-typisch auf höchstem Niveau. Die getestete Version hatte als besonderes Accessoire Alcantara-Lederbezüge am Lenkrad.
Die Renn-Ingenieure von AMG brüsten sich diesmal aber nicht allein mit den Kraftmerkmalen der Luxuslimousine. Sie stellen auch den Umweltschutz in den Vordergrund. Ein kleines Knöpfchen versetzt den S 63 in einen sparsamen „Eco-Modus“.
Damit soll der Wagen nur moderate 10,5 Liter Sprit auf 100 Kilometern schlucken, 25 Prozent weniger als sein Vorgänger, verspricht AMG. Dabei hilft eine Start-Stopp-Automatik, die den Motor an der Ampel ausschaltet. Außerdem fährt der Wagen im zweiten Gang an, um den Verbrauch zu senken.
Doch mal ehrlich: Wer kauft sich für den Preis eines Reihenhauses einen 571-PS-Wagen und fährt dann im Sparmodus über die Autobahn?
Überholte Traktoren werden erstaunlich schnell sehr klein beim Blick in den Rückspiegel und dass...
...sich der Wagen im Kanzler-Format auch in einer Sportversion nicht wie ein Kart durch enge Kurven zirkeln lässt, ist klar.
Eine S-Klasse bleibt immer eine schwere Luxuslimousine. Doch für seine Größe und sein Gewicht ist der S 63 auf Landstraßen erstaunlich wendig.
Ein besonderes Sicherheitsmerkmal: Zieht der Fahrer auf die Nachbarspur, bremsen zwei Räder wie von Geisterhand ab und zerren den Wagen zurück auf die eigene Fahrbahn.
„Denkende Partner“ nennt Daimler seine Assistenzsysteme, und die AMG-Ingenieure betonen stets, dass im Zweifel der Fahrer der Chef im Cockpit sei, doch so ganz...
...glauben kann man das nicht: Die Elektro-Assistenten vermitteln den Eindruck, der Wagen könne im Zweifel auch allein nach Hause fahren und dass sicherer als sein Besitzer.
Die vier Endrohren täuschen nicht: Das „Performance Package“ lässt diesen AMG zur Rakete werden. Wer mal eben 153.000 Euro locker machen kann, kommt als Käufer zum Zuge.
Das Fazit von Thosten Breitkopf nach der Spritztour: Der S 63 AMG ist ein Wagen, den niemand wirklich braucht, ein Spielzeug für Best-Verdiener. Aber eines, das unglaublich viel Spaß macht. Dass der Bolide auf Öko macht, ist bizarr, aber den Tunern zumindest als gute Absicht zu honorieren.