Ab 2009: So viel Steuern sparen Neuwagen
zuletzt aktualisiert: 31.10.2008 - 08:17Leipzig (RPO). Der Auto-Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer lehnt eine Aussetzung der Kfz-Steuer für schadstoffarme Neuwagen ab. Die Pläne seien nicht geeignet, die Talfahrt der Auto-Industrie aufzuhalten, sagte er. Für unsere Redaktion rechnete sein Institut aus, mit welcher Ersparnis Käufer für gängige Neuwagen ab 2009 rechnen können.
Dudenhöffer sieht die deutsche Automobilindustrie auf eine große Rezession zusteuern. "Das Jahr 2009 wird rabenschwarz für den Automobilbau", sagte der Duisburger Professor für Automobilwirtschaft in der Nachrichtensendung "MDR aktuell". "Wir erwarten dass die Zeitarbeiter völlig abgebaut werden, wir erwarten, dass betriebsbedingte Kündigungen kommen, das kann man auch bei Zulieferern nicht ausschließen."
Er forderte die Politik auf, Vorkehrungen dagegen zu treffen und schlug vor, Infrastruktur-Investitionen der nächsten Jahre vorzuziehen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das nütze auch der Automobilwirtschaft. Eine Aussetzung der Kfz-Steuer für schadstoffarme Neuwagen, wie von der Bundesregierung vorgeschlagen, lehnte Dudenhöffer ab: "Das Programm ist falsch, es hilft der Automobilindustrie und der Wirtschaft insgesamt nicht weiter", sagte er.
Sein Institut hat berechnet, dass der neue Golf VI beispielsweise als Benziner ab 2009 in zwei Jahren 189 Euro spare, als Diesel 617,60 Euro. Ein Audi A4 spare 243 Euro als Benziner und ebenfalls 617,60 Euro als Diesel - jeweils auf zwei Jahre gerechnet.
Steuerbefreiung auch für Spritfresser
Weil auch größere spritfressende Fahrzeuge in den Genuss der Steuerbefreiung kommen, steht das Programm in der Schusslinie. So hat die Umwelthilfe vorgerechnet, dass der Erwerb des spritsparenden Kleinwagens Smart mit 40,50 Euro subventioniert würde, der knapp drei Tonnen schwere Geländewagen Q7 mit 500 PS und 298 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer hingegen mit 1852,80 Euro.
Stefan Krug, Leiter Politik bei Greenpeace, bezeichnete die Rezessionswarnungen der Autoindustrie angesichts der positiven Geschäftszahlen bei Volkswagen als Schwarzmalerei. Außerdem kritisierte er die Kfz-Steuer-Pläne der Bundesregierung: "Ich kann nicht einsehen, wie so eine Industrie, die seit Jahren auf die ganz falschen Produkte setzt mit viel zu hohem Verbrauch, jetzt gepäppelt wird mit Steuermilliarden."
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