Verkehrsminister will Lkw-Maut staffeln: Spediteure kritisieren Autobahn-Pläne
zuletzt aktualisiert: 30.06.2008 - 08:31Osnabrück (RPO). Standstreifen auf Autobahnen sollen zur Hauptverkehrszeit in den Ballungsräumen als zusätzliche Spur freigegeben werden. Außerdem soll die Lkw-Maut nach Uhrzeit gestaffelt werden. Dagegen und gegen das geplante Lkw-Überholverbot laufen die Spediteure Sturm.
Das deutsche Speditionsgewerbe kritisiert, dass die Pläne von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zu einer weiteren Verteuerung von Waren in Deutschland führen. Der Vizepräsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV), Manfred F. Boes, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montagausgabe), wenn etwa ein langsamer alter Lkw an einer Steigung alle anderen blockiere, führe dies zu zusätzlichen Transportkosten. Dasselbe sei der Fall, wenn sich die Lkw-Maut etwa in Zeiten des dichten Berufsverkehrs erhöhen würde.
Boes sagte, Tiefensees Vorschläge seien Elemente seines Masterplans für den Güterverkehr, den Spediteurs- und Industrieverbände schon grundsätzlich abgelehnt hätten. Der Minister müsse seine Pläne zusammen mit Vertretern der Wirtschaft entwickeln und nicht an ihnen vorbei.
Tiefensee hatte am Sonntag erklärt, er wolle Pkw und Lkw auf stark befahrenen Autobahnen getrennte Spuren zuweisen: "Mein Ziel ist, dass sich Lkw und Pkw auf den Autobahnen weniger in die Quere kommen", hatte Tiefensee vorgeschlagen. "Auf stark befahrenen Autobahnen sollten die Lastwagen ausschließlich die rechte Spur benutzen, alle anderen Spuren gehören den Autos", sagte er.
Die Verbote sollten noch in diesem Sommer ausgesprochen werden, erläuterte Tiefensee weiter. Er habe das Thema bereits mit seinen Ministerkollegen in den Ländern erörtert.
Maßnahmen zur Stauvermeidung sollten noch im Juli im Bundeskabinett verabschiedet werden, kündigte Tiefensee an. Dazu gehöre auch, zur Hauptverkehrszeit in den Ballungsräumen die Standstreifen auf Autobahnen als zusätzliche Spur freizugeben. Außerdem solle die Lkw-Maut nach Uhrzeit gestaffelt werden. "Wer unbedingt zwischen 6 und 9 Uhr am Frankfurter Kreuz unterwegs sein will, muss mehr bezahlen als der Lkw-Fahrer, der die Autobahn zwischen 9 und 15 Uhr nutzt. Dort ist dann mehr Raum für die Autofahrer", sagte er.
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