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Immer neue Rekorde: Tankstellen-Chef: Spritpreise zu niedrig

zuletzt aktualisiert: 16.05.2008 - 10:40

Berlin/Hamburg (RPO). Ein Vertreter aus der Tankstellen-Branche hält die Preise immer noch für zu niedrig, weil die Verdienste an den Zapfsäulen seiner Ansicht nach zu niedrig ausfallen. Unterdessen kletterte der Diesel in NRW erstmals über 1,50 Euro.

Trotz der jüngsten Rekordjagd wünscht sich der Deutschland-Chef der Tankstellenkette Orlen/Star höhere Benzinpreise: "Trotz des hohen Ölpreises verdienen wir derzeit am Benzin kein Geld. Daher ist Benzin eigentlich zu billig", sagte Josef Busch der "Bild"-Zeitung. Der Liter Super müsste "fünf bis sechs Cent mehr kosten". Busch begründete seine Einschätzung mit dem harten Wettbewerb auf dem deutschen Tankstellenmarkt. Die Anbieter seien nicht in der Lage, höhere Ölpreise an die Kunden weiterzugeben.

Sprit kostete am Donnerstag in Deutschland so viel wie nie zuvor. Für einen Liter Superbenzin mussten Verbraucher im Bundesschnitt etwa 1,52 Euro bezahlen. Für Diesel wurden an den Tankstellen erstmals bis zu 1,49 Euro je Liter fällig. Der Ölpreis legte im asiatischen Handel der New Yorker Rohstoffbörse am Freitag auf 124,96 Dollar je Fass zu.

Mit Diesel wird richtig spekuliert

In einigen Regionen Deutschlands hat sich unterdessen der Trend der Angleichung zwischen dem Benzin- und Dieselpreis fortgesetzt. In Teilen Nordrhein-Westfalens etwa kletterte der Dieselpreis zwischenzeitlich auf 1,51 Euro. "Mit Diesel wird zurzeit spekuliert und richtig Geld verdient", sagte Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD), unserer Redaktion.

Die Tankstelle werde so zur "Börse des kleinen Mannes" mit enormen Preissprüngen, die durch den Ölpreis allein nicht begründet werden könnten. Selbst im Vergleich zwischen freien und Markentankstellen seien oft keine Unterschiede beim Dieselpreis mehr festzustellen.

Gewinne zurückgeben

"Trotz der hohen Einkaufskosten besteht im Bundesschnitt aber noch immer ein Abstand von 3 Cent zwischen Benzin und Diesel", sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes, Barbara Meyer-Bukow, der Agentur AP. Als Grund für den teuren Diesel an den Tankstellen nannte sie die hohe Nachfrage und die Beschaffungskosten der Branche am Rotterdamer Markt. Dort koste die Tonne Diesel mittlerweile 1260 Dollar, eine Tonne Benzin hingegen 1060 Dollar.

Der AvD forderte die Bundesregierung auf, den Autofahrern "einen Teil dieser enormen Belastung zu nehmen". Gewinne, die der Staat bei der Kraftstoff-Mehrwertsteuer erziele, müssten ausschließlich dazu verwendet werden, die Mineralölsteuer zu senken.