Ein Alptraum für jeden Autofahrer: Auf der Autobahn oder der Landstraße klemmt das Gas- oder Bremspedal. Oder: Der Tritt aufs Kupplungspedal geht ins Leere. Wie man in solchen Notsituationen richtig reagiert, verraten die Fachleute vom TÜV Süd.
Alptraum I: Gaspedal klemmt
Wie bringt man den Wagen zum Stehen, wenn sich das Tempo nicht mehr verringern lässt? Auf der Autobahn erst einmal runter schalten, sanft bremsen und so den Abstand zu den vorausfahrenden Fahrzeugen vergrößern. Warnblinker einschalten und den Standstreifen ansteuern. Weiter runter schalten und abbremsen. Auf dem Standstreifen angekommen, weiter bis in den zweiten Gang runter schalten und stärker bremsen, auch wenn der Motor aufheult. Die Bremsen sind so ausgelegt, dass sie die Kraft des Motors übersteigen. Dann Kupplung treten, den Wagen durch Bremsen zum Stehen bringen und erst jetzt den Motor abschalten.
TÜV-Tipp zum Gaspedal
Niemals den Motor ausschalten, solange das Fahrzeug noch in Bewegung ist. Bremswirkung und Servolenkung lassen dann schnell nach. Auf keinen Fall den Zündschlüssel während der Fahrt aus dem Schloss ziehen – dann rastet das Lenkradschloss ein. Fahrer von automatikgetriebenen Autos sollten ein oder zwei Stufen manuell zurückschalten (3, 2 oder L). Noch ein Trick: Das Sportprogramm wählen. Das sorgt für höhere Drehzahlen und damit für mehr Bremswirkung.
Alptraum II: Die Bremse fällt aus
Versagt die Bremse, heißt es ebenfalls: sofort stoppen. Ohne Bremse allerdings nicht so einfach. In einem solchen Fall muss der Fahrer das Fahrzeug mit dem noch bestehenden zweiten Kreis der Bremse zum Stillstand bringen: der Bremswirkung des Motors und der Handbremse. Ruhe bewahren, Verkehr beobachten, Warnblinker an, runter schalten, Bremse mehrmals betätigen, Handbremse anziehen und den Straßenrand oder den Standstreifen ansteuern.
TÜV-Tipp zum Bremspedal
Ist es nass oder gar glatt, dann darauf achten, dass das Heck bei starkem Anziehen nicht ausbricht. Denn bei den meisten Fahrzeugen wirkt die Handbremse auf die Hinterreifen. Natürlich darf die Handbremse vor dem Manöver nicht einrasten, also: Knopf gedrückt halten.
Alptraum III: Das Kupplungspedal versagt
Geht das Kupplungspedal ins Leere, entfällt das Verzögern mit der Motorkraft. Weil das Fahrzeug aber ohne Schalten nicht mehr sicher zu lenken ist, sollte man auch dann so schnell wie möglich anhalten – ganz normal mittels Bremse. Einziges Problem: Je nachdem, welcher Gang aktuell eingelegt ist, fängt der Motor ab einer bestimmten Geschwindigkeit an zu schieben. Das beginnt aber frühestens bei Geschwindigkeiten unterhalb 40 Stundenkilometer. Bis dahin sollten Sie den Standstreifen schon erreicht haben.
TÜV-Tipp zum Kupplungspedal
So weit wie möglich runter bremsen und den Gang ohne Kupplung raus nehmen. Das kann etwas Kraft kosten und auch dem Getriebe leicht schaden. Den Gang rausnehmen ist besser, als den Motor durch bremsen abzuwürgen, weil dann eventuell schnell die Assistenzsysteme sowie die Servolenkung und die Bremskraftunterstützung ausfallen und das Auto vollkommen unkontrolliert bis zum Stand ruckelt.
Tipps für alle Alpträume: Absichern
Auf dem Standstreifen zum Stehen gekommen, heißt es: Warnweste anlegen, Unfallstelle sichern und sich dann mit allen Insassen in Sicherheit bringen. Auf der Autobahn und auf Landstraßen heißt das: Grünbereich neben der Fahrbahn. Niemals im Auto sitzen bleiben! Erst jetzt den Pannendienst informieren. Zur Absicherung gehört neben dem Warnblinker das Warndreieck. Auf Autobahnen 200 Meter (gesetzlich nur 100 Meter vorgeschrieben), außerhalb von Ortschaften 100 Meter und in Ortschaften 50 Meter hinter dem Auto.