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Probleme mit Lenkung: Toyota-Pannenserie: Jetzt auch der Corolla

zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 13:42

Tokio (RPO). Die Pannenserie bei Toyota reißt nicht ab: Nach Angaben des japanischen Autobauers könnte jetzt auch der Corolla betroffen sein. Geprüft werden mögliche Mängel bei der Lenkung. Unterdessen hat die US-Regierung ein Ermittlungsverfahren gegen Toyota eingeleitet.

Der Toyota Corolla könnte Mängel an der Lenkung aufweisen.  Foto: Toyota Motor Corp., AP
Der Toyota Corolla könnte Mängel an der Lenkung aufweisen. Foto: Toyota Motor Corp., AP

Nach der Rückrufserie wegen Problemen mit dem Gas- und Bremspedal droht dem japanischen Autohersteller Toyota nun weiterer Ärger. Geprüft werden jetzt auch mögliche Mängel bei der Lenkung des Corollas, des meistverkauften Toyota-Modells, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Firmenchef Akio Toyoda erklärte, er werde in der kommenden Woche nicht persönlich vor dem US-Kongress zu den Problemen Stellung nehmen.

Im Moment prüfe Toyota, ob wegen der Probleme mit dem Lenkrad beim Corolla ein weiterer Rückruf nötig sei, sagte Vize-Präsident Shinichi Sasaki in Tokio. "Nach unseren Untersuchungen spürt der Fahrer beim Lenken einen Widerstand." Sollte sich dies als Mangel herausstellen, werde Toyota die Fahrzeuge in die Werkstätten rufen. Die Zahl der Beschwerden liege aber unter hundert.

Toyota hatte in den vergangenen Wochen weltweit fast neun Millionen Autos wegen Problemen mit dem Gas- oder dem Bremspedal zurückrufen müssen. Das sind mehr Autos als der weltgrößte Autohersteller 2009 verkaufte. Das Image von Toyota als Hersteller sicherer Autos hat durch die Pannenserie besonders in den USA schwer gelitten, wo der Konzern wegen gesunkener Verkaufszahlen seine Produktion bereits drosselte. Die US-Regierung forderte Toyota mehrmals auf, die Probleme zu beseitigen und die Sorgen der Kunden ernst zu nehmen.

Unternehmenschef Akio Toyoda erklärte am Mittwoch jedoch, dass er kommende Woche nicht persönlich vor dem US-Kongress zu den Problemen Stellung nehmen werde. Er sei sich sicher, dass die Konzernvertreter um den Nordamerika-Chef von Toyota, Yoshimi Inaba, gut vorbereitet seien, "um die Fragen und Sorgen der Kongressabgeordneten" zu beantworten, sagte Toyoda auf einer Pressekonferenz. US-Politiker hatten Toyoda aufgerufen, persönlich zu der Anhörung am kommenden Mittwoch zu erscheinen.

Untersuchung eingeleitet

Die US-Behörde für Verkehrssicherheit (NHTSA) leitete eine Untersuchung über mögliche Versäumnisse beim Umgang mit den Technikproblemen ein. Die NHTSA forderte Toyota am Dienstag zur Herausgabe interner Unterlagen über die Rückrufaktionen auf. Es solle geprüft werden, ob Toyota die Aktionen rechtzeitig gestartet oder aber verschleppt habe. In einer Erklärung wies die NHTSA darauf hin, dass US-Recht alle Hersteller verpflichte, die Behörde binnen fünf Tagen nach Auftreten von Sicherheitsbedenken zu informieren.

Konzernchef Toyoda versicherte, Toyota habe auf Sicherheitsmängel nicht zu spät reagiert. "Wir haben keine Informationen zurückgehalten und werden dies auch in der Zukunft niemals tun", sagte der Enkel des Konzerngründers, der erst im vergangenen Jahr an die Konzernspitze berufen wurde. Er selbst habe jedoch nicht schnell genug öffentlich zu den Problemen Stellung genommen, räumte Toyoda ein. Der Konzernchef will eine Arbeitsgruppe leiten, die die interne Qualitätskontrolle verbessern und die Reaktion des Unternehmens auf entdeckte Mängel beschleunigen soll.

Um das erschütterte Vertrauen in die Sicherheit seiner Wagen wieder herzustellen, kündigte Toyota zudem an, dass alle Modelle künftig mit einem Sicherheitsbremssystem ausgerüstet werden. Demnach sollen sich die Motoren sofort abschalten, wenn der Fahrer mit den Füßen auf Bremse und Gaspedal gleichzeitig tritt. In den USA haben Unfälle wegen der ungewollten Beschleunigung von Toyota-Wagen möglicherweise zu mehr als 30 Todesfällen geführt.

Quelle: AFP/AP/kpl

 
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