Wohl 3500 Autos in Deutschland betroffen: Toyota plant Rückruf von 300.000 Prius
zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 18:54Tokio/Köln (RPO). Toyota plant einem japanischen Medienbericht zufolge wegen eines Problems mit den Bremsen jetzt doch den Rückruf von 300.000 Autos des Hybrid-Modells Prius. Die Behörden in den USA und Japan würden am Dienstag informiert, meldete am Montag die Nachrichtenagentur Kyodo. Laut "SZ" wären in Deutschland 3500 seit Juni verkaufte Fahrzeuge betroffen.
Betroffen sei die neueste Version des Wagens, von dem in den USA 100.000 und in Japan 170.000 verkauft wurden. Mit der Reparatur möglicherweise fehlerhafter Gaspedale will Toyota offenbar am Mittwoch in Deutschland beginnen. Dann würden voraussichtlich die ersten Ersatzteile bei den Händlern angeliefert werden, sagte ein Firmensprecher am Montag der Nachrichtenagentur DAPD.
Zunächst sollen die 600 deutschen Toyota-Händler die ihnen bekannten Kunden anrufen oder anschreiben, um einen Werkstatttermin abzumachen. Unbekannte Kunden, etwa Käufer gebrauchter Toyotas, werden über das Kraftfahrtbundesamt informiert, wie der Firmensprecher sagte. Die Kosten für den Einbau des Blechteils in das Gaspedal können die Händler sich von Toyota Deutschland erstatten lassen.
Freiwillige Maßnahme
Toyota Deutschland-Chef Alain Uyttenhoven sagte laut "Wirtschaftswoche", bei der Rückrufaktion wegen klemmender Gaspedale in Deutschland handele es sich um eine freiwillige Maßnahme, das habe das Kraftfahrtbundesamt bestätigt. "Das wird vom Kraftfahrtbundesamt so eingestuft, weil das Sicherheitsrisiko als sehr begrenzt angesehen wird." Wenn das Gaspedal klemmen sollte, müsse man nur auskuppeln und bremsen.
Toyota hat wegen sich verhakender Fußmatten und klemmender Gaspedale weltweit bereits mehr als sieben Millionen Autos verschiedenster Modelle zurückgerufen oder plant dies. Toyota Deutschland verzeichnet wegen der Qualitätsprobleme inzwischen einen massiven Absatzrückgang. "Seit die negativen Schlagzeilen vor gut zehn Tagen begannen, ging bei uns der Absatz um 20 Prozent zurück", sagte Deutschland-Chef Uyttenhoven der "Wirtschaftswoche".
Hohe Kosten für Toyota
In den USA fällt unterdessen der Preis für gebrauchte Toyotas. Die Marke war bisher wegen der einst legendären Qualität der Goldstandard beim Werterhalt. Doch laut Fachdienst Kelley Blue Book haben vom Rückruf betroffene Toyotas schon 3 Prozent an Wiederverkaufswert verloren.
Weltweit hat der Weltmarktführer in den vergangenen Wochen bereits über acht Millionen Fahrzeuge wegen eines Defekts an den Gaspedalen in die Werkstätten zurückgerufen, davon bis zu 1,8 Millionen Autos in Europa und knapp 216.000 Wagen in Deutschland. Das Debakel wird den Konzern sehr teuer zu stehen kommen - nicht nur wegen der direkten Kosten.
Die Verkäufe von Toyota-Autos sind offenbar seit des Skandals deutlich zurückgegangen. Außerdem rollt in den USA bereits eine Klagewelle auf den Konzern zu. Kanzleien machen Werbung mit der Aussicht auf hohe Entschädigungszahlungen, mehr als 30 Sammelklagen wurden bereits eingereicht.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







