Autoshow im Zeichen der Krise: Überlebenskampf in Los Angeles
zuletzt aktualisiert: 19.11.2008 - 20:11Düsseldorf (RPO). Noch nie stand die Autoshow in Los Angeles unter derart dramatischen Vorzeichen wie 2008. Die Autobranche blickt in den Abgrund, speziell in den USA, wo General Motors, Ford und Chrysler ums Überleben kämpfen.
Die glitzenden Präsentationen in Lack und Chrom in L.A. wirken dieser Tage wie eine Schau mit apokalyptischen Anflügen. Just am ersten Pressetag der großen Messe in Kalifornien erlitten die drei großen US-Hersteller einen neuerlichen Rückschlag. Denn mit ihrem Wunsch nach staatlichen Finanzhilfen von insgesamt 25 Milliarden Dollar stießen sie auf große Skepsis im Kongress in Washington.
Der Chef von General Motors (GM), Rick Wagoner, warnte daraufhin am Dienstag die Abgeordneten, dass beim Zusammenbruch der drei Konzerne allein im ersten Jahr drei Millionen Arbeitsplätze verlorengehen könnten. "Es geht darum, die US-Wirtschaft vor einem katastrophalen Zusammenbruch zu bewahren", warnte der Manager.
Während die Anhörung am Mittwoch vor dem Repräsentantenhaus fortgesetzt wird, darf die Welt in Los Angeles mehr als 20 Weltpremieren bestaunen, die dieses Jahr höchstwahrscheinlich nicht die Aufmerksamkeit erhalten werden, welche ihnen die Hersteller zugedacht hatten.
Ungeschicktes Timing
Die Autoshow in Los Angeles findet zum dritten Mal im Herbst statt. Früher stand der Termin Anfang Januar in den Kalendern der Branche. Das wäre dieses Jahr mit Sicherheit das geschicktere Timing gewesen, auch wenn Geschäftführer Andy Fuzesi seinen Optimismus nicht verloren hat: "Ein größerer Abstand zwischen unserer Messe und Detroit gibt den Herstellern mehr Zeit und Ressourcen für die L.A. Autoshow", sagt der Chef der Schau, „dadurch kommen wir in den Genuss von mehr Premieren, Medienpräsenz und Berichterstattung."
Alles richtig. Dennoch führt an der Mega-Krise kein Weg vorbei. Der Blickwinkel verschiebt sich, weil Spritschlucker out sind und umgekehrt kleine, spritsparende Modelle interessant. Die Wahl zum "Green Car of The Year" beispielsweise gewinnt zunehmend an Bedeutung, da die Nachfrage der Konsumenten nach benzinsparenden und umweltfreundlicheren Autos exponentiell steigt.
Zu den bereits bestätigten Debüts auf der LA Auto Show 2008 zählen etwa die neueste Generation Z von Nissan und das mit Spannung erwartete Redesign des legendären Ford Mustang. Neben der Rekordzahl an Weltpremieren stehen auch 16 nordamerikanische Premieren auf dem Programm, darunter der Insight, das rundum neue Hybridfahrzeug von Honda. Zudem hat Ferrari die Präsentation seines Ferrari California bestätigt - welcher Name könnte wohl besser passen?
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