Komplizierte Tarifsysteme in der Kritik: Unzufriedenheit mit ÖPNV wächst
zuletzt aktualisiert: 15.07.2003 - 13:40Bielefeld (rpo). Das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs in Deutschland stößt auf immer größere Unzufriedenheit der Kunden. Preise und komplizierte Tarifsysteme stehen in der Kritik.
Jeder vierte Nutzer habe etwas an Nahverkehrsunternehmen und regionalen Verkehrsverbünden auszusetzen, teilte das Marktforschungsinstitut TNS Emnid am Dienstag in Bielefeld mit. Vor zwei Jahren habe der Wert noch bei 21 Prozent gelegen. Besonders schlecht bewertet wurden das Preis-Leistungsverhältnis und unverständliche Tarifsysteme. Insgesamt erhielt der öffentliche Nahverkehr von 1145 befragten Nutzern auf einer Skala von 1 (vollkommen zufrieden) bis 5 (unzufrieden) die Note 3,04.
Dies sei das schlechteste Ergebnis seit 1994, berichtete TNS Emnid weiter. Massiv verschlechtert habe sich vor allem die Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses auf 3,63 nach 3,44 im Jahr 2001. Unverändert unzufrieden sind die Befragten mit dem Tarifsystem: Mit der Note 3,40 wurden die Verständlichkeit und die Einteilung in die Tarifzonen bewertet. Kritisch wurden auch die Ausstattung der Haltestellen und die Sauberkeit der Fahrzeuge (3,13) beurteilt. Die Einschätzung der Fahrzeuge im Vergleich zu 2001 (3,29) habe sich allerdings verbessert.
Verbessert hat sich das Urteil der Befragten zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Busse und Bahnen (2,91) sowie zu Fahrplaninformationen (2,79). Am zufriedensten waren die regelmäßigen Nutzer von U-Bahnen und Stadtbahnen (2,76), besonders kritisch urteilten Gelegenheitsnutzer der öffentlichen Verkehrsmittel (3,27).
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