Kfz- und Mineralölsteuer senken: Verkehrsexperten fordern Pkw-Maut
zuletzt aktualisiert: 26.08.2009 - 11:48Hamburg (RPO). Verkehrsexperten setzen das Thema Pkw-Maut wieder auf die Tagesordnung. In einem Magazin erklärte der Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen: "Sie wäre am gerechtesten für den Autofahrer." Andere Experten pflichteten ihm bei.
Der Verkehrs- und Logistikforscher Michael Schreckenberg sagte dem Magazin "Stern", bei einer Pkw-Maut zahle jeder Fahrer exakt für den Weg, den er auch fahre. Im Gegenzug müssten dann aber auch die Kfz-Steuer und die Mineralöl-Steuer gesenkt werden, damit keine Mehrbelastung für die Autofahrer entstehe. Mit den Einnahmen aus der Pkw-Maut könne der Ausbau und Erhalt des Straßennetzes finanziert werden.
Auch Verkehrsforscher Gerd-Axel Ahrens von der Technischen Universität Dresden forderte eine Pkw-Maut. Mit der Gebühr könne auch der rasant wachsende Verkehr auf deutschen Straßen besser reguliert werden, sagte Ahrens dem "Stern". "Über die Pkw-Maut kann man Staumanagement betreiben, in Spitzenzeiten mehr verlangen als zum Beispiel nachts." Und auch Autofahrer aus dem Ausland würden finanziell am Betrieb und Erhalt des deutschen Straßennetzes beteiligt.
Das Bundesverkehrsministerium will das Thema Pkw-Maut derzeit jedoch nicht anpacken, wie der "Stern" berichtete. Die Einführung der Maut "würde für breite Bevölkerungsschichten eine Verteuerung bedeuten", teilte das Ministerium dem Magazin mit. Verkehrsexperten rechnen mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs auf deutschen Straßen in den kommenden Jahrzehnten. Allein der Güterverkehr soll demnach bis 2025 um knapp 80 Prozent wachsen im Vergleich zum Jahr 2004.
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