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Abwrackprämie: Verschrotten kostet nun Geld

VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009 - 07:27

Düsseldorf (RP). Wegen der Abwrackprämie stehen bei den Schrotthändler so viele Altautos wie nie zuvor. Das hat die Schrottpreise auf fast Null stürzen lassen. Jetzt verlangen die Verwerter Gebühren für die Verschrottung der Wagen.

Die Abwrackprämie verhilft den deutschen Auto-Verwertern zu einem Boom. Die gebeutelte Branche hat derzeit so viele Kunden wie nie zuvor. Normalerweise verschrottet etwa die Autoverwertung Beier in Neuss 80 bis 100 Autos pro Monat. "Zurzeit erhalten wir aber monatlich gut 250 Altfahrzeuge", sagt Betriebsleiter Stefan Becker. Hinzu kämen in den nächsten Wochen noch rund 800 Fahrzeuge, deren Besitzer die Abwrackprämie schon beantragt hätten, die aber noch auf die Auslieferung ihres Neuwagens warteten, so Becker.

Andere Unternehmen bestätigen diesen Trend. Die Firma Benrather Autoverwertung nimmt derzeit 20 Autos pro Woche an, mehr als das Zehnfache der normalen Menge, so Geschäftsführerin Eveline Blomenkamp. Doch die Verwerter können sich über den Ansturm der Kunden nicht recht freuen. Denn die riesige Menge an Schrottfahrzeugen hat die Preise dafür dramatisch fallen lassen.

"Vor ein oder zwei Jahren lag der Preis für eine Tonne Autoschrott zwischen 200 und 240 Euro. Heute bekommen wir vom Schrotthändler gerade einmal 20 oder 25 Euro für ein Fahrzeug", klagt Autoverwerter Becker. Bei der Benrather Autoverwertung ist es noch drastischer: "Der Preis, den wir von der Presse erhalten, liegt fast bei Null", so Blomenkamp.

Der Druck verschärft sich sogar weiter. Dadurch, dass viele Fahrzeuge vom gleichen Typ abgewrackt werden, lohne auch ein Ausschlachten der Ersatzteile oft nicht mehr, sagt Stefan Becker. Einen Teil des Drucks geben die Verwerter nun an die Autofahrer weiter, die die Abwrackprämie beantragt haben und ihr Auto jetzt verschrotten müssen.

"Weil den Betrieben durch viele Dienstleistungen hohe Kosten entstehen, müssen sie von ihren Kunden Gebühren für die Entsorgung des Alt-Autos nehmen", erklärte Urlich Leuning von der Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen (BDSV) unserer Redaktion. Der sehr niedrige Schrottpreis könne die Kosten einfach nicht decken.

50 bis 100 Euro müssen private Kunden bei der Benrather Autoverwertung für die Verschrottung ihres Fahrzeugs zahlen. Bei der Firma Beier werden zwischen 100 und 150 Euro je Wagen fällig. Ob sich jetzt die Abwrackprämie für die Kunden überhaupt noch lohnt, ist fraglich. Zumal viele Bürger den Marktwert ihrer Gebrauchten unterschätzen. "Ein Sechstel der Fahrzeuge, die wir verschrotten, würden als Gebrauchtwagen einen deutlich höheren Preis erzielen als die 2500 Euro, die es als Abwrackprämie gibt", sagt der Duisburger Autoverwerter Mario Reschke. So würden von schlecht informierten Käufern sogar gut brauchbare Fahrzeuge wie Vectra B, Golf IV oder Focus verschrottet.


 
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